Albanien: Roadtrip: Zwischen Bergen, Kultur & Beachvibes

Albanien

Dieses kleine Land auf dem Balkan stand schon ewig ganz weit oben auf unserer Bucket List. Ein Land voller Kontraste – spektakuläre Berge im Norden, tiefblaue „Blue-Eyes“, Geschichte auf Schritt und Tritt und eine Küste, die dich schlichtweg sprachlos macht (auch wenn wir hier definitiv nicht alleine waren).

Der Wilde Norden: Abenteuer & jede Menge Serpentinen

Kaum waren wir am Flughafen in Tirana gelandet, ging es auch schon direkt los: Mietwagen abgeholt und ab in Richtung Norden! Wer wie wir eine kleine Schwäche für gutes Essen hat, kommt an einem kulinarischen Zwischenstopp im Mrizi i Zanave Agroturizëm in Lezha schlicht nicht vorbei. Ein absoluter Traum – hier kommt wirklich alles direkt aus eigenem Anbau auf den Tisch, der Service ist perfekt und die Kulisse ein Traum (Reservierung ist besonders in der Hauptsaison Pflicht – wir hatten zum Glück spontan Glück!).

Albanien
So kann die Reise beginnen…

Gestärkt ging es weiter Richtung Bogë in die Albanischen Alpen. Und der Norden hat es echt in sich! Wenn du denkst, du kennst Kurven und steile Bergstraßen, warst du noch nicht in Albanien. Die Straßen schlängeln sich in oft sehr engen Serpentinen an Abgründen entlang. Mal ist der Asphalt überraschend gut, im nächsten Moment steht plötzlich ein Rind oder ein Schwein tiefenentspannt mitten in der Kurve oder der Belag weicht kraterartigen Schlaglöchern. Das Fahren hier oben ist eine Mischung aus Adrenalinkick, atemberaubenden Ausblicken und voller Konzentration! Aber genau das wollten wir haben.

Blue Eye
Jeder Schritt auf dem steilen Weg nach oben hat sich gelohnt – das eiskalte Blue Eye ist wunderschön.

Am nächsten morgen gab es den gigantischem Bergblick direkt nach dem Aufstehen. Von Bogé aus ging es nach dem Frühstück ins legendäre Theth-Tal. Natur pur: Wir sind zum berühmten Blue Eye (Syri i Kaltër) gewandert. Ein kreisrunder, eiskalter Naturpool im hochgelegenen Wald, der in so unfassbar kräftigem Türkis leuchtet, dass man meint, jemand hätte mit Photoshop nachgeholfen.

Koman Stauseee oder „Thailand Albaniens“

Am nächsten Tag ein weiteres Highlight: Der Lumi i Shalës, auch bekannt als „Thailand Albaniens“. Nach drei Stunden Fahrt (für 80 km!) durch die Bergwelt zum Koman-Stausee stiegen wir auf ein kleines Boot um, das uns sehr an die Longtail-Boote in Thailand erinnert hat. Die Fahrt durch die steilen Felswände und das blau schimmernde Wasser ist allein schon ein Traum, aber am Shala River angekommen heißt es dann einfach nur: Füße (kurz) ins eiskalte Wasser, Sonne genießen und die Landschaft bewundern.

Koman Stausee und Shala River
Koman Stausee und Shala River – bekannt als Thailand Albaniens.

Auf dem Weg nach Süden: Berat, die Stadt der 1000 Fenster und Unesco Weltkulturerbe

Vom kühlen Norden zog es uns weiter nach Süden. Ein Zwischenstopp in Shkodra am riesigen Skutarisee gab uns den perfekten Vorgeschmack. Über die Küstenstadt Durrës, wo römische Amphitheater mitten im Stadtzentrum stehen und das Strandleben mit tollen Bars lockt, ging es landeinwärts nach Berat.

Berat trägt den Beinamen „Stadt der 1000 Fenster“ – und das völlig zu Recht! Die historischen, weißen Häuschen schmiegen sich so dicht an den Hang unterhalb der Burg, dass es von unten aussieht, als würden hunderte schwarze Fensteraugen auf dich hinabblicken. Mein persönlicher Tipp für Berat: Über die Osum-Brücke in den Stadtteil Gorica, setz dich in eines der kleinen Familienrestaurants und lasse dich vom albanischen Essen verführen.

Berat
Berat – die Stadt der 1000 Fenster

Für uns ein absoluter Höhepunkt in der Region war unsere Weinprobe auf dem Weingut Pupa , die wir bei Visit Albania Tour Operator (VATO) gebucht hatten. Wir wurden sehr herzlich empfangen und durften uns durch fantastische heimische Rebsorten probieren. Dazu gab es eine reichhaltige Platte mit regionalem Käse, hausgemachter Salami und frischem Olivenöl. Das Beste daran waren aber die Geschichten unseres Guides: Wir erfuhren unglaublich viel über albanische Gastfreundschaft, Traditionen und Kultur. Wusstest du zum Beispiel, dass eine traditionelle albanische Hochzeit ganze fünf Tage dauert und es dafür im Land sogar extra „Wedding-Houses“ gibt?

weinprobe Albanien
Eine Weinprobe sollte man auf keinen Fall verpassen – Weingut Pupa in Berat

Von Berat aus lohnt sich auch unbedingt ein Abstecher zur Osum-Schlucht. Da der Wasserstand für Rafting im Sommer zu niedrig war, haben wir uns spontan fürs River Tubing entschieden – gebucht bei Rafting Osumi Canyon. Ausgestattet mit Neoprenanzug, Helm und einem großen Schwimmreifen trieben wir entspannt durch den majestätischen Canyon. Der Blick von ganz unten auf die meterhohen, bewachsenen Felswände und kleinen Wasserfälle war einfach magisch! Unsere Guides sorgten nicht nur für maximale Sicherheit, sondern auch für jede Menge Spaß und Action zwischendurch. Ein Naturerlebnis pur und für uns einer der Höhepunkte der Reise.

Osum Schlucht
Eine Tour durch die faszinierende Osum Schlucht darfst du nicht versäumen.

Beachlive in Saranda und Ksamil

Jetzt ruft das Meer! Über erstaunlich gute Straßen ging es schließlich an die Albanische Riviera. Erste Anlaufstelle: Saranda. Aber um ganz ehrlich zu sein: So richtig warm geworden sind wir mit Saranda nicht. Die Stadt ist stellenweise sehr verbaut, voll und hat für unseren Geschmack etwas wenig von dem authentischen Charme, den wir an Albanien so schätzen gelernt haben.

Deshalb fuhren wir ein paar Kilometer weiter nach Ksamil. Und was soll ich sagen? Traumhafte Strände, glasklares Wasser und viele nette kleine Fischrestaurants – pure Urlaubsstimmung!

Hier erwarteten uns kleine, vorgelagerte Inseln, glasklares Wasser in Farben von Smaragdgrün bis Karibikblau und weicher Sandstrand. Wir haben uns ein Boot gemietet, sind zu den Zwillingsinseln hinübergespaddelt, haben in den Beach-Bars frisch gegrillten Fisch gegessen und einfach nur die Seele baumeln lassen.

Ksamil
Eine Tour durch die faszinierende Osum Schlucht darfst du nicht versäumen.

Ein kleiner Haken dennoch: Die Buchten und Strände waren selbst in der Nachsaison sehr voll, im Hochsommer muss man viele Menschen wirklich mögen. Überall kann man Day-Beds und Liegen mieten, für einen Badetag mit eigenem Handtuch bleibt aber leider kaum Platz bzw. an vielen Stränden ist es gar nicht erlaubt.

Auf dem Rückweg nach Tirana machten wir noch einen Abstecher nach Gjirokastra – die zweite UNESCO-Museumsstadt der Region mit ihren osmanischen Basaren, gepflasterten Steingassen und den eindrucksvollen Traditionshäusern. Der Spaziergang zur Burg lohnt sich definitiv und auf dem Weg bieten Bauern und Künstlerinnen aus der Region ihre Produkte an. Wir waren begeistert.

Gjirokastra - Unesco Weltkulturerbe wie auch schon Berat.
Gjirokastra – Unesco Weltkulturerbe wie auch schon Berat.

Tirana – ein echtes Highlight am Ende der Reise

Den Abschluss unserer Reise bildete die Hauptstadt Tirana. Tirana ist bunt, laut, voller Energie und extrem faszinierend. Zwischen dem zentralen Skanderbeg-Platz, beeindruckenden architektonischen Bauten, bunter Streetart und einer supermodernen Skybar (Sky-Tower) im 18. Stockwerk mit Drehrestaurant kann man die vergangene Ära mit grauen Plattenbauten nur noch erahnen. Die Stadt ist jung, bunt, lebendig und ja – laut, voll und chaotisch, aber zwei Tage solltest du dir dennoch dafür Zeit nehmen.

Tirana
Tirana – lebendig, bunt und faszinierend.

Mein Fazit zu Albanien? Ein Land voller Überraschungen! Ja, die Straßen im Norden erfordern gute Nerven und ein bisschen Abenteuerlust. Aber wer sich darauf einlässt, wird belohnt mit unberührter Natur, atemberaubenden Kulissen und herzlichen Menschen. Wegen der Strände würde ich nicht hinfahren, das war uns zu überlaufen, aber wer auf Natur, Canyons, Outdoor und Nationalparks abseits vom Meer steht, ist in Albanien bestens aufgehoben.

Warst du schon einmal in Albanien oder steht das Land noch auf deiner Bucket List?

Alles Liebe,

Susanne

Als Reiseführer haben uns wieder einmal die Bücher von Reise Know How gute Dienste geleistet, Tipps, Tricks und Straßenführung, die uns bei, nicht immer stabilem Internet, eine große Hilfe waren.

Albanien
Meine absolute Lieblings-Reisefüher: Reise Know How.