Der Whippet ist ein eleganter, kurzhaariger Windhund aus Großbritannien. Mit seiner enormen Schnelligkeit, seinem sanften Wesen und seiner großen Menschenbezogenheit begeistert er viele Hundefreunde. Doch wie viel Bewegung braucht ein Whippet? Eignet er sich als Familienhund.
| Herkunft | Großbritannien |
| Größe | Rüde 47-51 cm Hündin 44-47 cm |
| Farben | Alle Farben und Kombinationen erlaubt |
| FCI-Nummer | 162 |
| Gesundheit | Hohe Frostempfindlichkeit sowie das Risiko einer Magendrehung bei wildem Toben direkt nach der Mahlzeit, Narkoseempfindlichkeit |
| Besonderheiten | Als klassischer Windhund mit stark ausgeprägtem Jagd- und Renninstinkt ist er auf gesicherte Freilaufflächen angewiesen; zudem benötigt er wegen seiner fehlenden Unterwolle bei kühler Witterung Schutz vor Kälte. |
Ist der Whippet ein Windspiel?
Der Whippet ist kein Windspiel im engeren Sinn, sondern gehört zu den Windhunden. Als „Windspiel“ wird im Deutschen vor allem das Italienische Windspiel bezeichnet – eine eigene, deutlich kleinere Hunderasse. Whippet und Italienisches Windspiel sind also verwandt und gehören beide zu den Windhunden, sind aber nicht dieselbe Rasse.
Ursprung und Geschichte des Whippets
Die Wurzeln des Whippets liegen in Großbritannien. Im 19. Jahrhundert wurde die Rasse vor allem von Arbeitern und Bergleuten gezüchtet. Gesucht war ein handlicher, vergleichsweise wirtschaftlicher Windhund, der sich sowohl für die Kaninchenjagd als auch für Hunderennen eignete.
Vermutlich entstand der Whippet aus kleineren Greyhounds und weiteren Hunderassen, darunter möglicherweise das Italienische Windspiel und kurzhaarige Terrier. Die genaue Entstehungsgeschichte ist nicht in allen Einzelheiten gesichert. Ein offizieller Rassestandard wurde im späten 19. Jahrhundert festgelegt; die Anerkennung durch die FCI erfolgte 1955. Heute ist der Whippet in vielen Ländern ein beliebter Sport- und Begleithund.

Aussehen: eleganter und athletischer Windhund
Der Whippet ist ein mittelgroßer, schlanker und zugleich muskulöser Hund. Seine Widerristhöhe liegt ungefähr zwischen 44 und 51 Zentimetern. Der Körperbau ist auf Schnelligkeit und Wendigkeit ausgelegt, wirkt dabei aber harmonisch und elegant.
Das Haarkleid ist kurz, fein und liegt eng am Körper an. Beim Whippet sind viele Farben und Farbkombinationen zulässig. Typisch sind außerdem der aufmerksame Blick und die kleinen, rosenförmig zurückgefalteten Ohren.
Charakter und Wesen: sensibel, anhänglich und ausgeglichen
Der Whippet ist meist ein feinfühliger, menschenbezogener Hund. Im Freien zeigt er sich häufig lebhaft und sportlich, während er sich zuhause oft ruhig und anpassungsfähig verhält. Zu seinen typischen Eigenschaften zählen:
- starke Bindung an seine Bezugspersonen
- sensibles und freundliches Wesen
- lebhaftes Temperament draußen
- ausgeprägtes Ruhebedürfnis zuhause
- Freude an Nähe und gemütlichen Kuschelstunden
Whippets reagieren oft empfindlich auf einen rauen Umgang. Eine freundliche, geduldige und klare Erziehung passt daher besser zu ihrem Wesen als Härte oder Druck. Neben Windhundrennen und Coursing können manche Whippets auch Freude an Aktivitäten wie Agility oder Obedience haben.
Bewegung und Beschäftigung: Wie viel Auslauf braucht ein Whippet?
Whippets sind schnelle und sportliche Hunde, die regelmäßig Bewegung brauchen. Besonders wichtig ist die Gelegenheit, sich gelegentlich in sicherer Umgebung frei zu bewegen und zu sprinten. Wegen ihres Jagdtriebs sollte der Freilauf jedoch nur dort stattfinden, wo er sicher möglich ist.
Zusätzlich genießt der Whippet ausgedehnte Spaziergänge und Wanderungen. Entscheidend ist nicht nur die Menge der Bewegung, sondern auch eine passende Balance aus Aktivität und Ruhe. Bei anstrengenden Unternehmungen – etwa beim Mitlaufen am Fahrrad – sollte der Hund langsam daran gewöhnt und nicht überfordert werden.
Whippet als Familienhund: Haltung in Wohnung und Haus
Ein Whippet kann auch in einer kleineren Wohnung leben, sofern er täglich ausreichend Bewegung und Beschäftigung bekommt. Im Haus ist er häufig ruhig und bellt vergleichsweise selten. Ein weicher, warmer Liegeplatz ist wichtig, da viele Whippets gern bequem und zugfrei ruhen.
Mit Kindern kann ein Whippet gut zurechtkommen, wenn Hund und Kinder respektvoll miteinander umgehen. Erwachsene sollten den Umgang begleiten und dafür sorgen, dass der Hund jederzeit einen ungestörten Rückzugsort hat.
Fellpflege: unkompliziert und wenig aufwendig
Die Fellpflege des Whippets ist einfach. Das kurze, feine Fell kann gelegentlich mit einer weichen Bürste oder einem feuchten Tuch abgerieben werden, um lose Haare zu entfernen. Bei Kälte und Nässe benötigt der Whippet wegen seines dünnen Fells und geringen Körperfettanteils oft zusätzlichen Schutz durch einen gut sitzenden Mantel.

Gesundheit und Lebenserwartung
Der Whippet gilt im Allgemeinen als vitaler Hund. Seine Lebenserwartung liegt häufig bei etwa 12 bis 15 Jahren. Wie bei jeder Rasse können dennoch gesundheitliche Probleme auftreten. Außerdem gibt es einige Besonderheiten, die bei tierärztlichen Behandlungen berücksichtigt werden sollten.
Gesundheitliche Besonderheiten beim Whippet
- Frostempfindlichkeit: Durch das kurze Fell, das fehlende Unterfell und den geringen Körperfettanteil kühlen Whippets bei Kälte oder Nässe schneller aus. Ein passender Mantel kann dann sinnvoll sein.
- Magendrehung: Wie andere tiefbrüstige Hunde kann auch der Whippet gefährdet sein. Ruhige Pausen nach dem Fressen sind empfehlenswert; bei individuellen Fragen zur Fütterung berät die Tierarztpraxis.
- Verletzungen beim Sprinten: Die hohe Geschwindigkeit kann bei ungünstigem Untergrund oder abrupten Bewegungen zu Zerrungen und anderen Verletzungen führen. Achten Sie auf eine sichere Freilauffläche.
- Herzgesundheit: Bei Whippets können gelegentlich Herzveränderungen auftreten. Regelmäßige tierärztliche Untersuchungen helfen, Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen.
- Augenerkrankungen: Selten kommen erbliche Netzhaut- oder andere Augenerkrankungen vor.
- Narkose: Windhunde können auf bestimmte Narkosemittel anders reagieren als andere Hunde. Informieren Sie die Tierarztpraxis deshalb immer darüber, dass Ihr Hund ein Whippet ist.
- Blutgerinnung: Bei Whippets können bestimmte Blutwerte, darunter Gerinnungswerte, rassetypisch abweichen. Das ist nicht automatisch krankhaft, sollte aber bei Operationen und Untersuchungen berücksichtigt werden.
- MYH1-bedingte Myopathie: Eine seltene erbliche Muskelkrankheit ist bei Whippets beschrieben. Ein DNA-Test kann insbesondere für Zuchttiere relevant sein.

Fazit: Für wen eignet sich ein Whippet?
Der Whippet ist ein liebevoller Wirbelwind: Draußen eine absolute Sportskanone mit rasantem Tempo, zuhause aber ein sanftmütiger, verschmuster und angenehmer Familienhund. Er stellt aufgrund seiner feinen Natur gewisse Ansprüche an Empathie und Führung und braucht seinen Freiraum und genügend Auslauf.
Für aktive Menschen, die einen sensiblen und anhänglichen Begleiter suchen, kann der Whippet der perfekte Partner sein. Er ist ein Windhund – aber kein Italienisches Windspiel – und überzeugt mit seiner eigenen Mischung aus Eleganz, Tempo und Gemütlichkeit.
Liebe Grüße
Susanne

