Jokha Alharthi ist die erste arabische Frau, die einen Booker Prize gewann und die erste Omani überhaupt, deren Buch ins Englische und jetzt auch ins Deutsche übersetzt wurde.
„Herrinnen des Mondes“ erzählt von den drei Schwestern – Chaula, Asma und Mayya. Mayya, eine geschickte Näherin, betet oft darum, einen Unbekannten wiederzusehen – aber dann ändert sich auf einmal alles mit einer arrangierten Hochzeit und der Geburt ihrer Tochter London.
Das Buch begleitet Mayya, Asma und Khawla durch innere Kämpfe und äußere Erwartungen in einem Land zwischen Tradition und Moderne. Die Geschichte von Mayya und ihren Schwestern sowie ihrer Vorfahren und auch Nachkommen macht den rasanten Wandel des Omans auch für uns erlebbar.
Alharthi schildert die omanische Gesellschaft mit Einfühlungsvermögen, ohne zu urteilen,. Mit ihrer feinfühligen Erzählweise schafft Jokha Alharthi eine fast intime Atmosphäre, in der man die Zerrissenheit der Frauen hautnah spüren kann. Es ist eine kraftvolle Auseinandersetzung mit Selbstbestimmung und der Rolle der Frau in einer sich wandelnden Welt.
Nach meiner eigenen Reise in den Oman hat mich dieses Buch tief berührt – fast als müsste man den Oman nicht nur sehen, sondern auch fühlen. Schade, dass ich es nicht vorher gelesen habe, denn „Herrinnen des Mondes“ bringen die omanische Kultur näher als jeder Reiseführer.
Erschienen im April 2025 im Dörlemann Verlag, 24,00 Euro
Viel Spaß beim Lesen
Susanne

