Senioren auf vier Pfoten

Vierbeinige Senioren

Senioren_hund_katze Das Älterwerden ist ein normaler Prozess und keine Krankheit, dennoch kannst du deinen „Liebling im Ruhestand“ viel Gutes tun. Wusstest du, dass laut „Guinessbuch der Rekorde“ die älteste Katze „Creme Puff“ 34 Jahre und der älteste Hund „Blue Eye“ knapp 30 Jahre alt wurde. Beide Tiere haben die normale Lebenserwartung von 15 Jahren verdoppelt. Allgemein gelten Hunde ab 9 Jahre und Katzen ab 10 Jahre aus tiermedizinischer Sicht als Senioren, wobei es gerade bei den Hunden stark auf die Rasse ankommt. Und wie auch bei uns Menschen gibt es die fitten und weniger agilen Vierbeiner, manches liegt in den Genen, vieles ist aber auch dem Lebenswandel und der Ernährung geschuldet. Im Allgemeinen leben Tiere in menschlicher Obhut deutlich länger als ihre freilebenden Brüder und Schwestern. Dies liegt hauptsächlich an einer regelmäßigen Fütterung und guter medizinischen Versorgung.

Welche Probleme machen unseren Tieren im Alter zu schaffen?

Der Zahn der Zeit

Senioren_hund_katzeZahnprobleme zählen zu den Hauptproblemen im Alter, daher ist eine regelmäßige Kontrolle der Zähne beim Tierarzt oder Tierheilpraktiker Pflicht. Bei Katzen kommt zudem noch FORL (Feline Odontoklastische Resorptive Läsionen) als spezifisches Krankheitsbild hinzu. Chronische Entzündungen in der Maulhöhle werden mit vielen Krankheiten in Verbindung gebracht, Herzprobleme und Diabetes sind nur zwei davon. Daher ist ein guter Zahnstatus für ein gesundes Älterwerden enorm wichtig. Leider werden kaputte Zähne oft viel zu spät erkannt, spätestens wenn dein Liebling an Mundgeruch leidet oder vermehrt speichelt, solltest du die Zähne genau untersuchen lassen.

Arthritis und Arthrose

Die Gelenke machen im Alter nicht nur uns Menschen zu schaffen, auch unsere Haustiere leiden hier an Verschleißerscheinungen. Gerade bei den größeren Exemplaren sind hier zwei von drei Tieren betroffen. Teufelskralle und Weihrauch sind nur zwei der möglichen Nahrungsergänzungen, die hier helfen können, allerdings solltest du dir hier fachkundigen Rat einholen, da die Verträglichkeit stark von der Dosierung abhängig ist. Und vor allem: Nicht zu lange warten! Wenn du feststellst, dass der Sprung ins Auto oder auf die Couch nicht mehr ganz so einfach geht oder dein Tier an manchen Stellen beim Streicheln und Spielen schmerzempfindlich ist, solltest du die Ursache schnell abklären lassen. Tipp: Mit einem kleinen Hocker kannst du deinem Liebling den Weg auf die Couch oder auch ins Bett vereinfachen.

Nierenprobleme

Senioren_hund_katzeCNI (Chronische Niereninsuffizienz) – ein großes Problem bei älteren Katzen, allerdings haben auch Hunde vermehrt mit Nierenproblemen zu kämpfen. Trockenfutter verstärkt die Problematik signifikant, da Katzen von Grund auf dazu neigen, zu wenig zu trinken (schau mal hier). Ich rate ab einem Alter von sieben Jahren zu einem alljährlichen Geriatrie-Blutbild, um hier frühzeitig gegensteuern zu können. Wenn du merkst, dass dein Tier vermehrt trinkt, häufig Urin absetzt und an Gewicht verliert, solltest du den Tierarztbesuch nicht länger rauszögern. Wenn sich eine CNI auf diesem Weg zeigt, sind meist bis zu 75 % des Nierengewebes unwiederbringlich zerstört. Gerade mit homöopathischen Mitteln kann man hier aber noch viel erreichen und dem Tier einen großen Teil seiner Lebensqualität zurückgeben.

Gewichtsprobleme

Weniger Bewegung = weniger Grundumsatz = Gewichtszunahme. Diese Regel gilt nicht nur für uns Menschen. Gerade bei Tieren, die unter Gelenkproblemen leiden, macht sich jedes Pfund zuviel auf den Rippen negativ bemerkbar. Achte daher besonders darauf, dass dein Liebling nicht zum Moppel mutiert. Aber auch das Gegenteil, der Gewichtsverlust kann zum Problem werden. Nicht nur Nierenprobleme, auch andere Stoffwechselvorgänge verlangsamen sich. Meist verlieren die Tiere nicht nur Fett, sondern vor allem Muskulatur, was wiederum die Gelenke belastet. Auch verschiedene Krankheitsbilder haben Gewichtsverlust mit im Verlauf, daher solltest du hier schnell reagieren und dein Tier zum Routinecheck anmelden.

Inkontinenz

Senioren_hund_katzeGerade kastrierte Hündinnen sind vermehrt von Harninkontinenz betroffen, dies liegt im veränderten Hormonspiegel begründet. Hier kann ein gut geschulter Homöopath in den meisten Fällen gut weiterhelfen. Aber auch unsere Feliden sowie Rüden im fortgeschrittenen Alter können von einer Inkontinenz betroffen sein. Dies kann sowohl den Harn- als auch den Kotabsatz betreffen. Als erstes muss hier abgeklärt werden, ob organisch alles in Ordnung ist. Eine Blasen- oder Prostataentzündung könnte die Ursache sein. Bei Kotinkontinenz kommt der Kontrollverlust des Schließmuskels hinzu, der auch mit einem Bandscheibenvorfall in Verbindung gebracht werden sollte.

Diabetes

Vermehrtes Trinken kann auch ein Hinweis auf Diabetes mel. Typ 2, den sogenannten Altersdiabetes hinweisen. Aber auch großer Appetit bei gleichzeitigem Gewichtsverlust, schlechte Wundheilung und eine allgemeine Erschöpfung sollten dich hier alarmieren. Ein zu niedriger Insulinspiegel kann lebensbedrohlich werden. Auch Grauer Star als Augenkrankheit kann die Folge eines unbehandelten Diabetes sein.

Demenz

„Wird er nur schrullig und pflegt seine Macken oder steckt mehr dahinter?“ Diese Frage solltest du dir stellen, wenn du das Gefühl hast, dass dein Vierbeiner geistig abbaut. Hunde und Katzen, die nachts jaulen und schreien oder plötzlich unsauber werden, müssen dich hellhörig werden lassen. Sprich mit einem Therapeuten über den Einsatz von Gingko- oder Ginsengpräparaten. Auch Vitalpilze können hier unterstützend eingesetzt werden. Mit Denk- und Geschicklichkeitsübungen kannst du die grauen Zellen aber durchaus etwas fordern und so einem weiteren Abbau entgegenwirken. Fordern, aber nicht überfordern ist die Devise, wenn du deinem Vierbeiner zu viel abverlangst, machen die Spiele euch beiden keinen Spaß.

Nachlassende Sinnesorgane

Senioren_hund_katzeZum Älterwerden gehört auch das Nachlassen der Sinnesorgane, unsere Tiere hören und sehen schlechter, auch der Geruchssinn lässt nach.

Letzteres kann besonders unseren Samtpfoten zu schaffen machen, denn Katzen sind instinktiv darauf gepolt, nur zu fressen, was „gut riecht“. Oft liegt der Grund für schlechtes Fresses am nachlassenden Geruchssinn. Hier kannst du versuchen, das Futter leicht anzuwärmen oder mit etwas Brühe anzusuppen.

Du kannst auch im Spiel immer wieder mal testen, ob Augen und Ohren noch gut funktionieren und bei Problemen rechtzeitig eingreifen. Das Umstellen von Mobiliar oder im Weg liegende Gegenstände machen dem schlecht sehenden Senior das Leben schwerer als nötig.

Ein nachlassender Hörsinn kann beispielsweise für Freigänger gefährlich werden. All die genannten Punkte gehören in mehr oder weniger ausgeprägter Form zum Älterwerden von Mensch und Tier. Mit guter Beobachtung und entsprechender Fürsorge kannst du deinen Liebling hier gut unterstützen. Gerade im Alter werden unsere Tiere oft schmusebedürftiger und eine zufriedene Gelassenheit stellt sich ein, diese Zeit kann auch noch einmal besonders innig werden, wenn du dich drauf einlässt.

Noch ein Hinweis: Wenn dein Liebling seinen Kumpel verliert, hilf ihm durch die Trauer, eventuell kann hier auch ein neuer Partner im gleichen Alter für Auftrieb sorgen. Keinesfalls solltest du einem Senior einen Welpen vor die Nase setzen, das ältere Tier wäre überfordert und der ungestüme Welpe unterfordert. Schwierigkeiten sind hier vorprogrammiert.

Das Alter hat auch seine schönen Seiten und ich wünsche dir und deinem Vierbeiner, dass ihr diese Zeit in Ruhe miteinander genießen könnte.

Alles Liebe
Susanne

2 KOMMENTARE

    • Liebe Katrin,

      natürlich wünsche ich euch noch ganz viele „junge“ Jahre und wenn es mal etwas holpriger wird, bin ich gern für euch da. Lg Susanne

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