Katzen-Allergie – was nun?

Hilfe, ich bin auf meine Katze allergisch!

katzenhaar-allergie

Allergien sind auf dem Vormarsch und die Allergie auf Tierhaare ist eine der am häufigsten diagnostizierten Varianten. Für Katzenbesitzer ist das eine Tragödie, muss man sich wirklich von seinem geliebten Stubentiger trennen? Gibt es vielleicht eine Alternative?

Gleich vorweg: Eine Entwarnung gibt es nicht und es kommt natürlich auf die Ausprägung der Katzenallergie an, aber ein paar Tipps habe ich dennoch für euch.

Oft trifft es einen wie aus heiterem Himmel, manchmal hat man aber aber auch schon einen leisen Verdacht, dem man eigentlich gar nicht nachgehen will. Besonders nach ausgiebigen Schmusestunden oder morgens (wenn die Mietze mit ins Bett darf) tränen die Augen, die Nase läuft und/oder man hustet, ohne sich erkältet zu haben. Wenn die Symptome nicht verschwinden, sollte man sich bei aller Tierliebe untersuchen lassen. Rund 10 % aller Deutschen sind auf Tierhaare mehr oder weniger stark allergisch.

katzenhaar-allergieDiagnose einer Katzenhaar-Allergie

Der Arzt wird in den meisten Fällen einen „Prick-Test“ durchführen, hier werden verschiedenen Substanzen auf die Haut aufgebracht und diese dann leicht angeritzt. Nach einer gewissen Zeit dann die Gewissheit, auf welche Substanzen reagiert der Körper mit Rötungen und/oder Juckreiz. Diese erste Diagnose kann durch einen Bluttest noch verifiziert werden.

Erst einmal müssen wir etwas Wortglauberei betreiben, denn wir sind nicht auf die Katzenhaare selbst allergisch, sondern auf einen Eiweißstoff (Fel d 1), der im Speichel, in Talgabsonderungen sowie anderen Körpersekreten enthalten ist. Somit erklärt sich auch gleich von selbst, dass es ein Ammenmärchen ist, dass Allergiker auf Nacktkatzen nicht reagieren! Allerdings gibt es Hinweise, dass unkastrierte Kater den höchsten Allergie-Risiko-Faktor aufweisen und zwar rasseunabhängig. Dieses Risiko nimmt nach der Kastration um bis zu 50 % ab!

Erste Schritte für Tierbesitzer

Die Katze wegzugeben ist für die allermeisten von uns keine wirkliche Option, was also tun?

  • Die Wohnung täglich mit einem speziellen Allergiker-Staubsauger reinigen
  • Auf wischbare Bodenbeläge achten, keine Teppiche
  • (Kunst-)Ledercouch anstelle von Stoffmöbeln wählen
  • Luftreiniger  einsetzen
  • Auf Staubfänger wie Kissen, Plüschtiere, Vorhänge etc. verzichten
  • Luftfeuchtigkeit im Raum erhöhen
  • staubarme Katzenstreu verwenden
  • regelmäßig lüften
  • Häufig die Hände waschen
  • Vorm ins Bett gehen Haare waschen

katzenallergieUnd: Das Schlafzimmer muss eine katzenfreie Zone werden!

Betten und Matratzen professionell reinigen lassen und dann muss Mietze draußen bleiben.

Ohne Ausnahme!

Medikamente und Hypersensibilisierung

Natürlich gibt es auch verschiedene medizinische Möglichkeiten, die man aber in Ruhe mit einem Allergologen durchsprechen sollte. Auch die Alternativmedizin hat hier gute Ansätze und sollte unbedingt in Betracht gezogen werden. Gerade homöopathische Mittel, wie Galphimia Glauca oder auch Histaminikum -um nur zwei davon zu nennen – sind bei Allergien einen Versuch wert. Ebenso kann man sich mit den Haaren der eigenen Katze eine Nosode erstellen lassen, hier stehe ich euch für Fragen gern zur Verfügung.
Wichtig ist, dass man zu dem Arzt Vertrauen hat, das wird bei einem rigarosen „Die Katze muss weg, basta!“ eher nicht der Fall sein. Hier also einen Arzt suchen, der für die Situation Verständnis mitbringt.

katzenhaar-allergieIch selbst sehe die Hypersensibilisierung sehr kritisch, da die relativ häufigen Nebenwirkungen nicht zu unterschätzen sind. Und: Die Trennung vom eigenen Tier ist in den meisten Fällen Voraussetzung, da es zu teils lebensbedrohlichen Komplikationen kommen kann. Die meisten Patienten berichten über eine Neuentwicklung anderer Allergien, wobei die Tierhaarallergie mehr oder minder bestehen bleibt.

Fazit: Eine Katzenhaar-Allergie ist eine ernstzunehmende „Krankheit“, die sich im Laufe der Zeit massiv steigern kann. Eine chronische Lungenerkrankung wie allergisches Asthma kann die Folge sein. Daher muss jeder Tierbesitzer selbst abwägen, in wieweit er das Risiko eingehen möchte. Gerade wenn Kinder betroffen sind, sollte man darüber nachdenken, ob man für den geliebten Stubentiger nicht doch ein neues Zuhause suchen sollte. Denn oft bleibt es dann nicht bei einer Allegieform, sondern es kommen weitere hinzu.

So schade es ist, aber wenn ein Familienmitglied mit Asthma, Neurodermitis, Pollenallergie oder anderen Dingen zu kämpfen hat, sollte man sich die (Neu-)Anschaffung einer Katze gut überlegen.

katzenhaar-allergieIn jedem Fall im Vorfeld von dem ausgewählten Tier Haare mit nach Hause nehmen und diese auf dem Kopfkissen etc. verteilen. Wenn es hier bereits zu Reaktionen kommt, sollte das Kätzchen nicht einziehen.

Wichtig ist, dass die Haare wirklich von dem gewünschten Tier stammen, da es deutliche Unterschiede in der Ausprägung einer Allergie gibt. Den Grund dafür kennen wir leider (noch) nicht, aber es gibt Hinweise, dass einige Katzenrassen weniger Allergien auslösen, bestätigt ist das aber nicht.

Allergien auf Hundehaare sind im Übrigen deutlich seltener! Vielleicht wäre das für eine Neuanschaffung eine Alternative?

Liebe Grüße

Susanne

 

 

 

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