Golden Retriever – der klassische Familienhund

 Der Golden Retriever –
vom Jagdhund zum Familienhund

Der Goldie, ein liebeswerter und fröhlicher Hund
HerkunftGroßbritannien
GrößeRüden 56-61 cm
Hündinnen 51-56 cm
FarbenAlle Schattierungen von gold und creme, weder rot noch mahagoni. Einige wenige weiße Haare, allerdings nur an der Brust, sind zulässig.
FCI-Nummer111
GesundheitHüftgelenks- und Ellenbogendysplasie (HD + ED), Epilepsie, Augenprobleme

 

Ein Golden Retriever ist am liebsten überall dabei.

Charakter und Wesen des Golden Retriever

Der „Goldie“ ist der perfekte Familienhund: Ausgeglichen, sanftmütig, gehorsam, gelehrig und kinderlieb. Sein freundliches Wesen und nicht zuletzt sein Aussehen sollten aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass er einen ausgeprägten Jagdtrieb hat und insgesamt sehr viel Bewegung braucht. Apportiertraining, Fährtenarbeit und andere Hundesportarten sind die Basis für sein ausgeglichenes Wesen.

Der reinrassige Golden Retriever wurde als folgsamer und leichtführiger Jagdund gezüchtet. Er möchte seinen Besitzern gefallen, ist ergeben und anhänglich. Vom Wesen her ist der Goldie weder ängstlich noch hektisch, sondern fröhlich und lebhaft. Zudem ausgesprochen geduldig, anpassungsfähig und lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen.

Als Wachhund ist der Golden Retriever meist nicht so gut geeignet, da er in jedem Menschen das Gute sieht und wenn der dann noch ein paar Leckerlies dabei hat, ist das Herz des Hundes im Sturm erobert.

Gefährlich und aggressiv reagieren nur Tiere, die aufgrund schlechter Haltung und/oder Herkunft zu Verhaltensstörungen neigen. Ein Goldie aus einer guten Zucht ist ein absolut friedlicher und liebenswerter Hund.

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Der Golden Retriever, ein Familienhund

Der Goldie versteht sich als Familienmitglied und braucht die Nähe zu seinem Rudel, für Zwingerhaltung ist er denkbar ungeeignet. Und auch als Schutzhund für Haus und Hof ist er nicht die Idealbesetzung, dafür mag er Menschen viel zu gern und denkt an nichts Böses.

Der Retriever lässt sich schnell zum Spielen begeistern und ist meist auch als alter Hund noch sehr aktiv und verspielt. Er hängt stark an seiner Menschen-Familie und möchte am liebsten überall dabei sein.  Der Goldie ist sehr intelligent und lernt mit großer Motivation neue Kommandos und Spiele. Da er ungern alleine ist, fühlt er sich bei seinem Menschenrudel oder auch einem Zweithund am wohlsten.

Auch mit Kindern kann der lebhafte und verspielte Golden Retriever sehr gut, auch wenn er manchmal etwas übermütig ist, er ist nie böse und wird immer auf sie achten.

Wieviel Sport und Bewegung braucht ein Golden Retriever?

Alle Arten von Wassersport gehören zu seinen Lieblingsbeschäftigungen, der Golden Retriever wurde wegen seiner ausgesprochenen Wasserfreudigkeit speziell für die Jagd auf Wasservögel gezüchtet und auch als Familienhund wird er jede Gelegenheit zum Bad in der freien Natur als Einladung betrachten.

Eindeutig: Wasser ist sein Element.

Aber auch als Gebrauchshund ist der der Golden Retriever in seinem Element, hier findet er sowohl beim jagdlichen Einsatz (vorrangig als Wasser- und/oder Apportierhund) als auch als Polizei-/Zoll- oder Begleithund seine Berufung.

Schlechtes Wetter kann ihm nichts anhaben und er braucht auch bei Regen und Sturm seinen täglichen Auslauf. Ein Golden Retriever eignet sich also besonders für Familien, die viel Sport mit ihm machen und gerne wandern gehen.

Geschichte und Herkunft des Golden Retrievers

Schlau, versoielt und wunderschön – das ist der Golden Retriever.

Der Golden Retriever gilt als relativ „junge“ Hunderrasse, erst um 1915 wurden Standard und Namen festgelegt. Lord Tweedham gilt als Begründer der Rasse, er verpaarte einen gelben Rüden der sogenannten Wavy Coated Retriever mit einer Tweed-Water-Spaniel Hündin – diese Verpaarung gilt als Grundstein der Geschichte des Golden Retrievers. Um 1930 begann der Siegeszug der Fellfarbe „creme“ – zuvor war ein dunklerer Goldton die Hauptfarbe.
Relativ neu ist neben der Schöhnheits- und Arbeitslinie die Dual-Purpose-Linie. Diese Tiere sind in der Regel wesentlich temperamentfreudiger und etwas kleiner als ihre „schönen“ Kameraden, hier überwiegt auch die dunklere Fellfarbe und die Hunde sind allgemein mehr auf Arbeitsfreude gezüchtet. Die Dual-Purpose-Linie soll beide Ideale vereinen und äußerst schöne, arbeitsfreudige „Mehrzweck-Retriever“ hervorbringen.

Neben dem Golden Retriever gibt es noch fünf weitere Retriever Rassen:

  • Der Chesapeake-Bay Retriever
  • Der Curly coated Retriever
  • Der Nova-Scotia-Duck-Tolling-Retriever
  • Der Flat Coated Retriever
  • Der Labrador Retriever

Körperbau und Größe

Wie groß und wie schwer wird ein Golden Retriever?

Rüden sind mit 56-61 cm ausgewachsen, Hündinnen werden 51-56 cm groß. Komplett ausgewachsen ist der Golden Retriever erst mit gut zwei Jahren.

Das Idealgewicht für Golden Retriever liegt bei 30 bis 40 Kilo für Rüden beziehungsweise 24 bis 30 Kilo für Hündinnen. Er kommt mit 400-600 Gramm zur Welt und wiegt mit sechs Monaten bereits bis zu 23 kg.

Aussehen des Goldie

Der Golden Retriever ist ein harmonisch gebauter, gut proportionierter, mittelgroßer Hund mit kräftigen Knochen. Der wohlgeformte Schädel mit ausgeprägtem Stop und die dunklen Augen verleihen ihm den liebenswerten, sanften Ausdruck. Die Augenlider und der Nasenspiegel sind gut pigmentiert, was den freundlichen Ausdruck noch unterstreicht.

Wie alt wird der Golden Retriever und welche Krankheiten sind rassetypisch?

Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 12 – 14 Jahren, wobei es durchaus ein paar Oldies unter den Goldies gibt.

Wie die meisten größeren Rassen hat auch der Retriever seine Dispositionen hauptsächlich im Bereich des Bewegungsapparates:

  • Hüftgelenksdysplasie (HD)
  • Ellenbogendysplasie (ED)

Hier kommt es darauf an, dass das Tier aus einer verantwortungsvollen Zucht stammt und die Elterntiere entsprechend getestet wurden und gesund sind.

Auch Augenkrankheiten wie Hereditärer Katarakt (HC) und die Progressive Retina Atrophy (PRA) kommen beim Goldie vermehrt vor, auch hier ist die beste Vorsorge eine verantwortungsvolle Herkunft.

Epilepsie ist eine weitere Schwachstelle, die den Goldie überproportional oft trifft, auch hier kann eine genetische Veranlagung nicht ausgeschlossen werden.

Fell und Fellpflege

Das Fell des Golden Retrievers ist mittellang, mit glattem oder welligem Deckhaar und dichter, wasserabweisender Unterwolle. Die Farbe entspricht in jeder Schattierung zwischen Cremefarben und Dunkelgolden dem Standard. Ein paar weiße Haare an der Brust sind erlaubt.

Das Fell sollte regelmäßig gebürstet werden, um der Knotenbildung keine Chance zu geben. Zudem verliert er dann auch weniger Haare, die sonst im Haus und auch auf der Kleidung gut zu sehen sind.

Seine Liebe zum Wasser erfordert eine gute Fellpflege

Seine Begeisterung fürs kühle Nass erfordert auch die gründliche Pflege der Ohren, da es sonst leicht zu Milbenbefall oder Entzündungen kommen kann.

Ernährung eines Retrievers

Fressen ist meist sein liebstes Hobby! Alles Fressbare in seiner Nähe, wird ins Maul genommen. Das kann draußen schnell gefährlich werden, weshalb du hier auf eine gute Erziehung achten musst.

Ein weiteres Problem kann das Herunterschlingen des Futters sein, dies begünstigt zudem die gefürchtete Magendrehung. Daher kann bei einem Golden Retriever die Fütterung in einem sogenannten Anti-Schling-Napf durchaus sinnvoll sein.

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Auch neigt der Goldie zu Übergewicht, hier ist die Verwandtschaft zum Labrador nicht zu übersehen. Ein 35 Kilogramm schwerer, erwachsener und gut ausgelasteter Golden Retriever benötigt etwa 1400 kcal pro Tag.

Lass dich hier vom treuherzigen Blick nicht zum Füttern von allzuvielen Leckerlies verleiten. Ein hochwertiges Futter mit einem Fleischanteil von ca. 70 % deckt den Bedarf deines Lieblings perfekt ab. Trockenfutter solltest du eher vermeiden, das gilt aber für alle Hunde und nicht speziell für den Goldie.

Golden Retriever Welpen

Es gibt kaum etwas Süßeres als die tolpatschigen Welpen dieser Rasse und genau hier liegt auch das „Problem“. Man kann ihnen kaum etwas abschlagen und man muss sie dennoch erziehen. Denke immer daran: Erlaube dem Wollknäuel nur, was er später auch als ausgewachsener Hund darf!

Wichtig ist gerade bei den mittleren und großen Rassen der Blick aufs Gewicht. Übergewicht im Welpenalter kann das Knochengerüst stark belasten und Probleme wie Hüft- oder Ellenbogendysplasie begünstigen. Deshalb solltest du dich immer eher an der unteren Grenze des empfohlenen Gewichts orientieren. Zudem kann man gerade in den ersten beiden Jahren etwas Grünlippmuschel oder ein anderes Präparat mit Chondroitinsulfat zufüttern, um die Gelenke und Knochenstrukturen im Wachstum zu unterstützen.

Die Geschlechtsreife erreicht die Golden Retriever Hündin etwa mit sechs Monaten, der Rüde mit zehn Monaten. Komplett ausgewachsen sind die Hunde erst mit ungefähr zwei bis zweieinhalb Jahren. Auch das Fell dunkelt bis zu diesem Alter oft noch etwas nach und erreicht dann erst sein endgültiges Aussehen.

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Ausbildung und Erziehung eines Golden Retriever

Seinen angeborenen Jagdtrieb solltest du von Anfang an in die richtigen Bahnen lenken, da ihm dieser seit Generationen in die Wiege gelegt wurde.

Bei den Arbeitslinien liegt seine Stärke klar auf der Hand: das Apportieren von Wild und die Nachsuche. Oder auch als Rettungs-, Blinden- sowie Sprengstoff- und Rauschgiftsuchhund ist er in seinem Element.

Im „familiären Einsatz“ solltest du dir dieses Können und seine Begeisterung zu Nutze machen. Ihm fehlt jede Form von Aggressivität, Ängstlichkeit, Kampftrieb oder Nervosität. Er will dabei sein, seinem Menschen gefallen und zeigen was er kann.

Die klassische Beschäftigung für einen „Familien-Goldie“ ist, wie auch bei den anderen Retrieverrassen, die Dummyarbeit. Mit diesen „Leinensäckchen“, die als „Wildersatz“ dienen, wird der Jagdbetrieb simuliert. Aber auch für Suchspiele und ähnliches lässt er sich schnell begeistert.

Ein Goldie soll körperlich und geistig gefordert und gefördert werden, denn nur ein ausgelasteter Retriever ist ein glücklicher Retriever.

Züchter und Linien

Grundsätzlich unterscheidet man beim Golden Retriever zwischen Schönheits- und Arbeitslinien – entsprechend wird bei der Linienzucht auf die Charakterausprägung geachtet.

Wenn du deinen Golden Retriever Welpen beim Züchter abholst, sollte er 8-12 Wochen alt sein. Diese Zeit fällt noch in die Prägephase, der Kleine kann sich gut an sein neues Rudel gewöhnen.

Aufgrund der vielen positiven Eigenschaften ist der „Goldie“ mittlerweile zum absoluten Modehund geworden, was leider auch viele unseriöse Menschen auf das schnelle Geld mit süßen Welpen hoffen lässt.

Golden Retriever – elegant und schön

Die Folgen sind neben einem verstärkten Auftreten  der rassetypischen Krankheiten wie Hüftgelenksdysplasie, Augenprobleme oder Epilepsie leider oft auch ein schwacher Charakter bis hin zur Aggression oder Überängstlichkeit und dem Fehlen der Lernfreude.

Deshalb ist es besonders wichtig, auf eine verantwortungsvolle Zucht und wesensfeste Elterntiere zu achten. Zu leicht lässt man sich sonst von den süßen Fellknäueln verzaubern und fördert damit die reine Vermehrung des Geldes wegen.

Ein Golden Retriever Welpe kostet zwischen 1000 und 2500 Euro!

Ein guter Ansprechpartner ist der „Deutsche Retrieber Club e.V.“, der den Kontakt zu verantwortungsvollen Züchtern herstellen kann.

Wenn du diese Tipps beherzigst, wirst du viele Jahren einen treuen Begleiter an deiner Seite haben.

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Liebe Grüße

Susanne