Bengal Katze – eine Raubkatze für zuhause

Der Leopard fürs Wohnzimmer

Bengalen sind lebhafte und verpielte Mini-Leoparden. Sie zählen zu den beliebtesten Rassekatzen, was sicherlich an ihrem unverwechselbaren Aussehen liegt. Für Einzelhaltung ist diese Rasse jedoch nicht geeignet, denn Langeweile ist für Bengalen eine persönliche Beleidigung und genau so reagieren sie dann auch: Mit Unsauberkeit oder Zerstörungswut.

Bengalkatzen erfüllen den Traum des Raubtieres für „Zuhause“
HerkunftUSA
GewichtKatze: 4 kg; Kater: bis zu 7 kg
FarbenFell: Beige Fawn Silver, Blue Silver, Sorrel Silver, Black-silver, Ruddy, Blue, Sorrel, Beige-Fawn
Augen: Grün, Gold, Braun, Blau
KörperbauGeschmeidig und muskulös, mittelgroß
GesundheitLeicht erhöhtes Auftreten von FIP, Herz- und Nierenprobleme, Tendenz zu Magen-Darm-Krankheiten vorallem bei minderwertiger Ernährung
BesonderheitenFordernde Schmusetiger im Raubkatzen-Look

Charakter der Bengalkatze

Bereits die Kleinsten zeigen die typische Zeichnung einer Bengalkatze

Bengalen sind lebhafte und sehr selbstbewusste Katzen, die ihre Besitzer durchaus fordern können. Sie sind extrem neugierig und hochintelligent. Zudem haben sie einen hohen Bewegungsdrang und sind sehr redefreudig, was bisweilen etwas anstrengend werden kann, vorallem wenn sie nicht ausgelastet sind.

Bengal Katzen sind sehr verspielt, klettern gern und lieben das Wasser. Sie lernen auch mit Freude Kunststücke oder das Apportieren von Gegenständen. Der kleine Wildfang sollte besser nicht als Einzelkatze gehalten werden, da ein Freund zum Spielen und Toben seine Besitzer etwas entlastet und er dann auch problemlos alleine bleiben kann.

Haltung von Bengalen

Leider neigen Bengalen überdurchschnittlich stark zu Unsauberkeit, wenn ihnen langweilig ist oder sie zeigen ihren Unmut auf andere Weise, wie etwa dem Zerkratzen von Möbeln.

Gerade bei dieser noch sehr jungen Rasse ist es extrem wichtig, auf Tiere mit einer sehr menschennahen Aufzucht zu achten. Schmusen und Kuscheln steht ganz oben auf der Beliebtheitsskala, allerdings eben nur bei Tieren, die das gewohnt sind. Bei nicht artgerechter Kinderstube kann das in Aggressivität, Angst und andere schwierige Verhaltensweisen umschlagen, die das Leben mit einem Wohnzimmer-Leoparden mitunter fast unmöglich machen.

Zudem braucht die verspielte Katze unbedingt einen großen Kratzbaum und viel Abwechslung. Ideal wäre ein gesicherter Balkon oder noch besser: Ein Freigehege im Garten.

Eine glückliche und zufriedene Bengal Katze ist gerade für Kinder ein unermüdlicher Spielgefährte, der gerne apportiert und für fast alle Spielereine zu haben ist.

Da Bengalen auch überdurchnittlich intelligent sind, darf auch die geistige Auslastung nicht zu kurz kommen, Clickertraining, Fummelbretter und andere Intelligenzspielzeuge sind für die kleinen Raubkatzen optimal.

Fellpflege bei Bengalen

Das Fell der Bengalkatzen ist besonders pflegeleicht, sie erledigen die Fellpflege in den allermeisten Fällen völlig alleine. Dennoch liebe sie es, gekrault und gebürstet zu werden, dies stärkt die Bindung zum Menschen und entfernt zugleich lose Haare aus dem glänzenden Leopardenfell.

Geschichte und Herkunft der Bengal-Katze

Eine Bengalkatze ist (fast) immer in Aktion

Die Bengal, auch Leopardette, Bengalese oder Bengalkatze genannt, sieht aus wie eine Wildkatze, hat aber (meistens) das liebevolle und anhängliche Wesen einer Hauskatze. Jean Mill gilt als Pionierin der Bengalzucht – um die getupfte Fellzeichnung und den geschmeidigen Körperbau der Wildkatze mit dem Charakter einer Hauskatze zu verbinden, verpaarte die Genetikerin aus Kalifornien 1963 eine wilde Bengalkatze mit einem schwarzen Hauskater und legte damit den Grundstein unserer heutigen Bengalen.
Zusätzlich wurden später auch Burmesen, Egyptian Maus, Abessiner, American Shorthair und Siamkatzen eingekreuzt um die Farbvielfalt zu erhöhen. Im Jahre 1983 stellte Jean Mill ihre  Traumkatze mit dem Namen „Millwood Finally Found“ das erste Mal aus – nur kurze Zeit später wurde die Bengalkatze als Rasse anerkannt und erfreut sich größter Beliebtheit. Auf deutschen Ausstellungen konnte man die Bengal Katze Ende der 80er Jahre das erste Mal bewundern.

Die Wildform der Bengalkatze (Felis bengalis) steht mittlerweile in den meisten Ländern unter Naturschutz, da sie vorallem in China wegen ihres Fells gejagt wurde.

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Aussehen einer Bengalin

StaturGeschmeidig und muskulös, eine Wildkatze
KopfBreiter, keilförmiger Kopf mit runder Kontour
AugenOval, groß und mandelförmig
OhrenKlein und weit auseinanderstehend mit abgerundeter Spitze
KörperSchlank, dennoch kräftig und muskulös
Lange Hinterbeine (Sprungbeine)
FellKurzes bis maximal mittellanges Fell
Dicht und üppig, sehr weich
SchwanzDick, spitz zulaufend, mittellang mit abgerundeter Spitze

 

Eine wunderschöne Bengalin mit der klassischen Leopardenzeichnung

Bengalen sind schlank, aber sehr muskulös und kräftig. Ihre langen Hinterbeine machen sie zu echten Sprungtalenten. Der Kopf der Bengalkatze ist rundlich, wirkt aber dennoch grazil und nie zu wuchtig. Die kleinen, abgerundeten Ohren stehen weit auseinander. Von den Augenwinkeln ziehen sich Lidstriche zur Seite, was ihr ein fast mysthisches Aussehen gibt.

Der Schwanz ist kurz bis mittellang mit abgerundeter Spitze. Bei Marble-Bengalen weist er breitere Streifen auf als bei den Spotted Tabbys. Das gepunktete oder gestromte Fell ist bei den erwachsenen Tieren dicht und kurz, dabei aber unglaublich weich und seidig. Junge Kätzchen haben dagegen noch ein etwas gröberes Haarkleid, das sie erst mit ein bis zwei Jahren ablegen.

Krankheiten des Wohnzimmer-Leoparden

Grundsätzlich ist die Bengalkatze ziemlich robust und unempfindlich. Allerdings gibt es Hinweise, dass bei dieser Rasse die gefürchtete Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) etwas gehäufter vorkommt. Diese Bauchfellentzündung entsteht aus der Mutation des Coronavirus und endet in der Regel tödlich.

Mittlerweile weiß man, dass Stress der Hauptauslöser für diese Mutation ist und da verwundert es nicht, dass die Bengalen überproportional häufig betroffen sind. Diese sehr naturnahe Rasse leidet massiv unter Haltungsproblemen und hat sich dem Leben als Haustiger noch nicht komplett angepasst.

Ernährung einer Bengalkatze

Dies erklärt auch die Überempfindlichkeit des Magen-Darm-Trakts, gerade auf Fertig- oder noch schlimmer auf Trockenfutter reagieren Bengalen häufig mit Problemen. Die perfekte Mahlzeit für eine Katze sind nun einmal kleine Nagetiere und Vögel, ihr Verdauungstrakt ist für die Verstoffwechslung von Kohlenhydraten nicht ausgelegt und deshalb kommt es bei einer so jungen Rasse hier gehäuft zu Problemen im Magen-Darm-Bereich.

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Die ideale Ernährungsform für Bengalen ist das Barfen – wer einen Mini-Leoparden halten möchte, sollte sich auch über die besonderen Anforderungen an eine artgerechte Haltung im Klaren sein.

Wer kann diesem Blick widerstehen? Eine wunderschöne Bengalkatze.

Was kostet eine Bengalkatze und wo finden ich einen seriösen Züchter?

Gleich vorweg: Eine Bengalkatze liegt auch bei den Rassekatzen noch im gehobenen Preisbereich, das liegt einfach daran, dass die Rasse noch relativ jung ist und die Haltung einige Anforderungen an die Züchter stellt. Mit 1000 – 2000 Euro solltest du für ein Kitten aus einer verantwortungsvollen Zucht rechnen.

Alle Rassekatzenvereine können dir Namen von Züchtern geben und meist wissen sie sogar, welches ihrer Mitglieder geraden Kitten hat.

Und dann kann ich nur einen Rat geben: Hinfahren, genau hinsehen und nicht blind vor Liebe handeln. Wie werden die Tiere gehalten, gibt es einen eigenen Kater? Wenn ja: Darf er bei der Familie leben oder fristet er ein einsames Dasein? Dies sollte ein absolutes Ausschlusskriterium für eine Zucht sein, denn jedes Tier hat ein Anrecht auf ein artgerechtes Leben und soll sich wohlfühlen. Dazu gehört auch eine ordentliche Katerhaltung.

Fazit: Gerade bei Bengalen ist eine gesunde und artgerechte Kinderstube für ihr ganzes Leben ausschlaggebend, hier kann vieles im Nachhinein nicht mehr korrigiert werden. Denn diese sehr junge Rasse wird leider immer noch durch illegal eingeführte Felis bengalis „nachgezüchtet“. Dies hat neben dem gehäuftem Auftreten von Erbkrankheiten auch soziale Schwächen, die ein Leben in Gefangenschaft (und etwas anderes ist Wohnungshaltung in den Augen einer Wildkatze nicht) unmöglich machen.

Wenn die Herkunft stimmt, sind Bengalen sehr freundliche und soziale Katzen, die unbedingt die Gesellschaft von Artgenossen benötigen. Sie sind sehr verspielt und eignen sich wunderbar als Familienkatze. Etwas Erfahrung sollte man allerdings schon mitbringen, denn diese Katzenrasse hat ihren eigenen Kopf und bestimmt selbst, wann geschmust oder gespielt wird. Und sie braucht genug Platz um ihren großen Bewegungsdrang ausleben zu können. Eine kleine Wohnung ohne gesicherten Freigang ist deshalb nicht optimal und kann zu Problemen wie Unsauberkeit führen.

Wenn Du Deinem Mini-Leoparden allerdings diese Grundbedürfnisse erfüllst, wirst Du mit einem tollen Charakter und einer der schönsten Katzenrassen überhaupt belohnt werden.

Liebe Grüße

Susanne