Eins zwei drei … Katzen zusammenführen, wie klappt es?

FIP

Sind Katzen Einzelgänger?

Diese Frage habe ich bereits im Artikel Mehrkatzenhaushalt (hier gehts zum Artikel) ausführlich besprochen und sie lässt sich leider nicht mit einem klaren Ja oder Nein beantworten.

Wenn Du Dich für „neue“ Stubentiger entscheidest, rate ich Dir in jedem Fall zu zwei Jungkatzen oder einem Pärchen, das schon länger zusammenlebt.
Diese Konstellationen sind in den meisten Fällen unproblematisch und alle Beteiligten profitieren davon.

Aber manchmal kommt es einfach wie es kommt und zwei oder mehr Katzen sollen ab sofort als Katzen-Patchwork-Familie zusammenleben. Hier spielen viele Faktoren eine Rolle und Du musst versuchen, das Beste aus der gegebenen Situation zu machen. Mit etwas Glück steht einer friedlichen Katzen-WG nichts im Wege. Liebe auf den ersten Blick ist hier allerdings eher die Ausnahme.

Wenn Du Dir eine Zweitkatze wünscht, kannst Du durchaus bei der Auswahl des Neuzugangs schon vieles richtig machen:

  • Alter und Temperament sollten ähnlich sein, eine alte ruhige Katze ist mit einem Teenager völlig überfordert und umgekehrt
  • Zu einer Einzelkatze, die länger als fünf Jahre „Alleinherrscherin“ war, würde ich Dir keine Zweitkatze empfehlen
  • Anders sieht es aus, wenn die vertraute Zweitkatze verstorben oder es sich um ein „Trennungskätzchen“ handelt.
  • Nach einer gewissen Trauerzeit (Wichtig!) würde ich Dir hier zu einem Katzenbaby raten, dieses wird meistens von der oder dem Großen adoptiert und die Rangordnung ist (noch) kein Thema.
  • Im Idealfall kannst Du auch eine Testphase vereinbaren, in der Du das Kätzchen im Ernstfall zurückgeben kannst.

Vielleicht planst Du aber auch aus zwei Haushalten einen zu machen und neben doppeltem Inventar gibt’s auch doppeltes Pfotenglück?

Folgende Tipps sollen Dir helfen, die besten Voraussetzungen für eine gelungene Zusammenführung zu schaffen:

  • Beide Tiere sollten vorher vom Tierarzt untersucht worden und gesund sein
  • Im Vorfeld Kuscheldecken und Bettchen austauschen, damit sich die Tiger an den Geruch des anderen gewöhnen können.
  • Auch mit Pheromon Sprays wie Feliway kannst Du für eine ruhige Stimmung sorgen
  • Grundsätzlich ist es wichtig, dass beide Katzen genügend Rückzugsmöglichkeiten haben und sich aus dem Weg gehen können.
  • Auch ausreichende Lieblingsplätze wie Fensterbank, Sofa, Kratzbaum, Heizungsliege etc sollten den Stubentigern zur Verfügung stehen.
  • Pro Katze empfiehlt sich auch ein Katzenklo + eine extra Toilette, diese sollten auch räumlich voneinander getrennt stehen.

Heute soll es soweit sein:

Du solltest dem Neuzugang erst einmal die Möglichkeit geben, alles alleine in Ruhe zu beschnuppern, bevor die beiden Katzen aufeinandertreffen. Dies ist umso wichtiger, wenn mehrere Tiere vergesellschaftet werden sollen. Im Hauptraum kannst Du einen Pheromonstecker anbringen, dieser beruhigt die Katzen zusätzlich und gibt Sicherheit, er hält je nach Ausführung 30 Tage und bis dahin sollte sich die Lage etwas entspannt haben.

Wenn sich die neue Katze einigermaßen in der für sie völlig ungewohnten Umgebung zurecht findet (ein gutes Zeichen hierfür ist die Benutzung des Katzenklos und/oder die Fütterung), kannst Du die andere Katze in den Raum lassen. Halte Dich im Hintergrund und lasse die Katzen einfach mal machen.

Keine Angst: Fauchen und Drohen ist völlig normal, aber wenn es zu ernsteren Raufereien kommt, müsst ihr die Tiere trennen, hier bitte den Eigenschutz nicht vergessen, lieber eine Decke über die Katzen werfen als einen Biss riskieren.

Wenn Du aber im Vorfeld schon mit Problemen rechnest, weil Du die Mietzen kennst, kannst Du natürlich noch vorsichtiger an die Zusammenführung herangehen und die Katzen räumlich voneinander trennen.

  • Statt einer geschlossenen Tür empfiehlt sich hier eine Fliegengitter-Türe (bekommst Du im Internet für knapp 30 Euro).
    So können sich die Katzen langsam aneinander gewöhnen ohne dass etwas passieren kann.
  • Es sollte dann bei jeder Katze ein Zweibeiner sein, der sich intensiv um sie kümmert und mit Streicheleinheiten und Leckerlies verwöhnt.
  • Zusätzlich kannst Du Dir die Fütterung zu Nutze machen und die Näpfe täglich etwas näher an die Tür stellen.
  • Wenn beide irgendwann gemeinsam fressen ohne dass es zu größerem Ärger kommt, ist der Zeitpunkt gekommen, die Türe zu öffnen und den beiden eine Chance zu geben.

Fazit: Die Vergesellschaftung von erwachsenen Katzen kann gut gelingen, muss aber nicht. Ein friedliches Miteinander gilt hier schon als Erfolg, auf den Du aufbauen kannst. Aber auch wenn alles gut gelaufen ist, habe bitte immer ein Auge auf die Rasselbande, da eine Katzengemeinschaft grundsätzliche sehr anfällig für Störungen ist. Hier kann Familienzuwachs, veränderte Tagesabläufe, aber auch Baulärm oder andere Störungen alles wieder kaputt machen.

Einen Tipp habe ich aber noch für Dich:

Bei uns Menschen gilt der Spruch „Drei sind einer zuviel“ und das gilt auch oft in Katzenhaushalten. Je nach Konstellation kannst Du hier überlegen, vielleicht noch ein junges Kätzchen dazu zu nehmen, das hat schon oft die Wogen gelättet und es bilden sich meist Zweiergespanne.

ABER: Wenn es trotz aller Geduld und Mühe nicht funktioniert und die Katzen im Dauerstress leben, ist es für alle besser, die Tiere wieder zu trennen und einen guten Platz zu suchen. Stress belastet auf Dauer massiv die Gesundheit und kann zu lebensbedrohlichen Krankheiten (FIP) führen.

Ich wünsch Dir ganz viel Glück mit Deiner Katzenfamilie

Susanne

 

 

 

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„Wer sein Hobby zum Beruf macht, braucht nie mehr zu arbeiten“ (Konfuzius) – Als Tierheilpraktikerin konnte ich mir diesen Traum erfüllen und meine Begeisterung für Naturheilkunde mit meiner Liebe zu Tieren verbinden. Dieses Glück möchte ich hier im Blog mit euch teilen.