Deutsche Dogge – die größte Hunderasse der Welt

Deutsche Dogge

Die Deutsche Dogge – ein sanfter Riese

Die Deutsche Dogge zieht alle Blicke auf sich. Mit ihrer Größe und der edlen Ausstrahlung  wirkt sie wie eine fein gemeißelte Statue.  Wer sich einmal in diese sanften Riesen verliebt hat, den lässt diese traditionsreiche deutsche Rasse nicht mehr los.

HerkunftDeutschland
GrößeRüde ab 80 cm
Hündin ab 72 cm
Farbenschwarz, schwarz-weiß gefleckt, gestromt, gelb, blau
FCI-Nummer235
GesundheitDKM (Herz), Magendrehung, Wobbler-Syndrom, Hüftdysplasie, Ellbogendysplasie, Spondylose, Allergien
BesonderheitenDie größte Hunderrasse der Welt

Früher verstand man unter dem Begriff „Dogge“ nur große, starke Hunde, die keiner besonderen Rasse angehören mussten. Sie sollten nur eindrucksvoll, schnell und zuverlässig sein. Erst später wurden dann unterschiedliche Varietäten weiter gezüchtet und 1878 unter dem Begriff „Deutsche Dogge“ zusammengefasst.

Charakter und Wesen der Deutschen Dogge

Eine Deutsche Dogge ist trotz iher Selbstsicherheit leichtführig, liebevoll, freundlich und oft sehr anhänglich. Allerdings muss sie bereits im Welpenalter lernen, mit Kindern und kleinen Hunden vorsichtig umzugehen, denn sie ist sich ihrer Größe nicht immer bewusst und hat für ihre Kraft und Stärke meist kein Gefühl.

Auch wenn Doggen meist keinerlei Zeichen von Aggressivität zeigen, sollte man sie und vor allem ihre Kraft nicht unterschätzen. Daher ist eine Dogge auch kein Anfängerhund.

Deutsche Dogge
Deutsche Dogge – ein imposantes Erscheinungsbild

Für wen ist eine Deutsche Dogge geeignet?

Einen besseren Beschützer für Haus, Hof und Familie als die Deutsche Dogge kann man sich kaum vorstellen. Der freundliche und kinderliebe Hund wehrt alleine durch seine stattliche Erscheinung jeden Eindringling ab. Ältere Menschen und Kinder könnten dennoch mit der Betreuung einer Dogge überfordert, da sie schlicht zu viel Kraft hat und im Überschwang der Begeisterung dann vielleicht doch nicht zu halten ist.

Geschichte und Herkunft

Der Begriff „Dogge“ wurde im Mittelalter noch für alle sehr großen und starken Hunde verwendet, diese wurden speziell für die (Sau-)Jagd gezüchtet. Eine eigene Rasse entstand daraus erst 1878 unter dem Namen „Deutsche Dogge“.  Besonders der Adel hatte im 15. Jahrhundert seine Freude daran, mit ganzen Rudeln der riesigen Vierbeiner auf Sauhatz zu gehen.

Als sich der „Typ der Dogge“ so langsam durch Auslesezucht entwickelte und ihre imposante Schönheit zur Geltung kam, fand man die ausdrucksstarken Hunde auch gern mit goldenen Halsbändern als lebendige Deko neben dem Kamin bei adeligen Familien.

Ein prominenter Doggen-Liebhaber war Otto von Bismarck. Er hielt mehrere Doggen, die er auch meist um sich hatte. Fast hätten seine Hunde sogar für diplomatische Unstimmigkeiten gesorgt, als „Tyras“ die Hose des russischen Außenministers zerrissen hatte.

Im Ausland wird die Deutsche Dogge übrigens bis heuten Dänische Dogge genannt.

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Ist die Deutsche Dogge ein Familienhund?

Mit ihrem liebevollen und friedlichen Wesen ist die Deutsche Dogge ein idealer Familienhund, der auch Kindern gegenüber sehr anhänglich ist. Dennoch sollte man immer dran denken, dass sich die Deutsche Dogge ihrer Größe und ihres Gewichts manchmal nicht bewusst ist und gerade kleine Kinder nicht unbeaufsichtigt mit ihr spielen lassen.

Deutsche Dogge
Die Deutsche Dogge ist immer für ein Spiel zu haben, sollte aber aufgrund ihrer schwachen Gelenke nicht springen

Wieviel Bewegung braucht eine Deutsche Dogge

Trotz ihrer Größe hat die Deutsche Dogge keinen deutlich größeren Bedarf nach Bewegung als andere Hunde. Die meisten Doggen sind mit täglichen ausgiebigen Spaziergängen (+/- 5 km) zufrieden, anstrengende Joggingrunden sind eher nicht ihr Ding. Insgesamt solltest du nicht vor dem zweiten Lebensjahr mit großen Ausflügen beginnen, um die Gelenke während des Wachstums besonders zu schonen.

Zu viel und vor allem anstrengende Bewegung ist aber auch später für die Gelenke der großen Hunde ungeeignet. Viel lieber wollen sie geistig und spielerisch gefordert werden. Mit ihrer Veranlagung als Spürhund kann man sie mit Intelligenzspielzeug jeder Art sofort begeistern.

Hundesport, der die Gelenke belastet (Springen!) sind für die Dogge aufgrund ihrer Größe absolut ungeeignet. Das gilt im Übrigen auch für regelmäßiges Treppensteigen! Wenn du dennoch Freude an Hundesport hast, konzentriere dich besser auf ruhige Sportarten wie Obedience oder Fährtenarbeit.

Aussehen einer Deutschen Dogge

Die Deutsche Dogge ist ein echter Hingucker: Ihre enorme Größe und dazu die edle Ausstrahlung verschaffen dem Hund eine unglaubliche Eleganz. Eine ausgewachsene Dogge kann bis zu 90 Kilo wiegen. Rüden erreichen eine Widerristhöhe von etwa 80 Zentimetern, Hündinnen eine von ca. 72 Zentimetern.

Doch trotz ihrer Größe ist sie ein sehr anmutiger und eleganter Hund mit einem einem ausdrucksvollen Kopf. Der beinahe quadratische und schlanke Körperbau verleiht ihr ein edles Aussehen. Üblicherweise sind ihre mandelförmigen Augen von dunkler Farbe, nur bei gefleckten Doggen sind helle oder zweifarbige Augen erlaubt. Doggen haben lange, schlanke Beine, das verleiht ihnen ein besonders stolzes Auftreten. Man sagt ihnen nach, sie sehen aus wie aus Stein gemeißelte Statuen.

Fell und Farbschläge:
Die Deutsche Dogge hat ein kurzes, seidenweiches Fell, das im gesunden Zustand wunderbar glänzt. Es gibt sie in vielen verschiedenen Farben: gelb, gestromt, gefleckt, schwarz und blau.

Allerdings solltest du dich nicht für Farben, die auf Erbkrankheiten wie Merle oder dem Harlekin-Gen beruhen, wie Blautiger, Grautiger, Schwarz-weiß gefleckte, entscheiden – diese bringen zusätzliche gesundheitliche Probleme mit sich.

Lebenserwartung und rassetypische Krankheiten

Die Deutsche Dogge hat durch massive Überzüchtung für ihr imposantes Aussehen einen hohen Preis zu bezahlen, ihre Lebenserwartung liegt bei ca. sieben Jahren.

Zu den rassetypischen Krankheiten gehören…

  • Magendrehung (sehr häufig!!!!)
  • Ellbogendysplasie (ED)
  • Hüftdysplasie (HD)
  • Wobbler-Syndrom
  • DKM (Herzprobleme)
  • Unterschiedlichste Allergien
  • Die Zucht mit Farben, die auf Erbkrankheiten wie Merle oder dem Harlekin-Gen beruhen (Blautiger, Grautiger, Schwarz-weiß gefleckte), bringen zusätzliche gesundheitliche Probleme mit sich.

Als Faustregel gilt: Je größer und je ausgefallener in der Fellfarbe desto niedriger ist die Lebenserwartung. Bereits mit 8 Jahren gilt eine Deutsche Dogge heute offiziell als Oldie. Ohne Gigantismus, gesund gezüchtet könnte sie eine Lebenserwartung von 10 – 12 Jahren haben.

Fell und Fellpflege

Die Deutsche Dogge verfügt über kurzes, dichtes, glänzendes Fell, das dicht am Körper anliegt. Demnach fällt die Fellpflege relativ einfach aus: Regelmäßiges Bürsten mit einem weichen Striegel bringt das Haar zum Glänzen. Allerdings haaren Doggen trotzdem deutlich mehr als andere Kurzhaar-Rassen.

Ernährung

Die Ernährung einer Deutschen Dogge ist die größte Herausforderung und das nicht nur aus finanziellen Gründen.

Viele Züchter handeln vorausschauend und beraten die Neu-Doggen-Besitzer gerade zu diesem Thema ganz genau.  Vor allem bei Welpen ist die Fütterung der Grundstein für ein langes (das ist bei Doggen sowieso schon relativ) Leben – sie brauchen eine auf ihr Wachstum angepasste Ernährung und sollten eher knapp gehalten werden. Ein zu schnelles Wachstum belastet die ohnehin empfindlichen Gelenke noch stärker.

Zudem solltest du im ersten Lebensjahr ein Grünlippmuschel-Präparat zufüttern, um die Knorpelmasse optimal zu versorgen.

Wieviel kostet ein Welpe?

Ein Welpe kostet bei einem verantwortungsvollen Züchter ab 1000 Euro aufwärts. Bitte kaufe keinen Welpen „am Straßenrand“ oder von Vermehrern, die nur aufs schnelle Geld aus sind.

Deutsche Dogge
Deutsche Dogge – wer kann diesem Blick widerstehen?

Ausbildung und Erziehung einer Deutschen Dogge

Eine gute Hundeschule, beginnend mit den Welpengruppen ist unabdingbar. Wenn du einem Hund aus zweiter Hand eine Chance geben möchtest, lohnen sich auch ein paar Euro extra für einen Hundetrainer, der das Verhalten des  Hundes genau unter die Lupe nimmt und dir wertvolle Tipps geben kann.

Grundsätzlich ist die Deutsche Dogge leichtführig, braucht aber klare Strukturen und Grenzen. Die sanften Riesen haben einen ziemlichen Dickkopf und Kraftspiele und Machtkämpfe wirst du bald verlieren. Du solltest auf ihren Charakter eingehen, das riesige Energiebündel ist sehr feinfühlig, geh also nicht zu hart mit ihr um, denn mit Strenge und Härte erreichst du eher das Gegenteil. Positive Motivation und freundliches, aber konsequentes Verhalten sind der Schlüssel zum Lebensglück.

Fazit: Eine Deutsche Dogge ist allein aufgrund ihrer Größe kein Anfängerhund! Gerade die fragile Gesundheit ist der Preis, den die Dogge für ihr imposantes Erscheinungsbild leider mit einer relativ geringen Lebenserwartung bezahlen muss. Wer aber einige grundlegende Dinge, besonders auch die Ernährung im Welpenalter, beachtet, einen seriösen Züchter aussucht und den Hund gut sozialisiert, wird mit einem tollen und liebevollen Familienhund belohnt.

Alles Liebe

Susanne

 

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„Wer sein Hobby zum Beruf macht, braucht nie mehr zu arbeiten“ (Konfuzius) – Als Tierheilpraktikerin konnte ich mir diesen Traum erfüllen und meine Begeisterung für Naturheilkunde mit meiner Liebe zu Tieren verbinden. Dieses Glück möchte ich hier im Blog mit euch teilen.