BARF für Hunde – die Basics

BARF – die Grundlagen

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Wenn es um die Fütterung geht, scheiden sich schnell die Geister. Vor allem, wenn es um BARF geht. Keine andere Fütterungsart polarisiert dermaßen. Erbitterte Diskussionen über Sinn oder Unsinn, über Keime, gesundheitlichen Nutzen, über zu viel Protein oder zu wenig Nährstoffe.
Im Gegensatz zur Rohfütterung oder Frischfleischfütterung bezeichnet BARF ein festes Fütterungskonzept. Und damit ist klar: Es geht um die Fütterung von rohem Fleisch.

Wobei – nicht ganz. Beim Barfen soll eigentlich der Gedanke aufgegriffen werden, dass der Hund vom Wolf abstammt und somit (immer noch) bestimmte Anforderungen an die Fütterung hat.

Die wölfische Ernährung ist also Vorbild. Und egal, wie viel Wolf noch im Hund steckt: Die genetischen Veränderungen dürften nicht einmal im Ansatz so gravierend sein wie der Unterschied zwischen hocherhitzten, gepressten Pellets mit vielen pflanzlichen Bestandteilen und einem Beutetier.

BARF bedeutet allerdings auch eine gut zusammengestellte Fütterung.

barf_hundDenn man füttert meist eben doch kein ganzes Beutetier. Das kann man zwar machen, muss man aber nicht.

Deswegen ist es wichtig, dass man eine Fütterung auf Basis roher Zutaten zusammenstellt, die alle Nährstoffe, die das Beutetier mitbringen würde, abdeckt.

Und die dazu noch die Vorteile unverarbeiteter Nahrung bietet: Reich an Enzymen, natürlichen Vitaminen, Mineralien und Spurenelemente und arm an Antinährstoffen.
Damit das optimal funktioniert, braucht man beim BARFen ein bestimmtes Schema. Denn die einzelnen Futterbestandteile liefern unterschiedliche Nährstoffe in unterschiedlichen Mengen. Auf die richtige Mischung kommt es an!

Typischerweise besteht eine BARF-Ration aus:

  • 10-30% Gemüse, Blattsalate und Obst
    • davon etwa 2/3 Gemüse und 1/3 Obst
  • 70-90% Fleisch, Pansen, rohe fleischige Knochen und Innereien
    • davon 50% Muskelfleisch
    • 20% grüner Pansen oder Blättermagen
    • 15% rohe, fleischige Knochen
    • 15 % Innereien, aufgeteilt in Leber, Herz, Niere – optional auch noch Lunge und Milz, alles in gleichen Teilen

Es ist sinnvoll, die einzelnen prozentualen Anteile weitestgehend einzuhalten. Denn jeder dieser Futterbestandteile liefert bestimmte Inhaltsstoffe.

Durch die Einhaltung dieser Aufteilung stellt man die ausreichende Versorgung mit essentiellen Nährstoffen wie Calcium, Vitaminen, Protein und Spurenelementen sicher.

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Muskelfleisch liefert beispielsweise hochwertiges, gut bekömmliches Protein und im Idealfall auch einen Fettanteil, der zur Energieversorgung beiträgt. Innereien sind die Vitamin- und Spurenelementlieferanten in der Fütterung. Leber sichert die Vitamin-A-Versorgung, enthält genauso wie Niere grössere Mengen Vitamin B12, ist reich an Kupfer und Zink. Nieren sind besonders selenhaltig, Milz ist ein guter Eisenlieferant.

Beim BARFen übernimmt das Gemüse / Obst hauptsächlich die Versorgung mit Ballaststoffen. Für uns mag das gewöhnungsbedürftig klingen, verbinden wir Vitamine doch hauptsächlich mit Gemüse und Obst. Klar, Vitamine sind auch vorhanden, aber die Mengen in den Innereien sind deutlich höher und der Gehalt an Spurenelementen vielseitiger. Deswegen ist es beispielsweise auch nicht die beste Idee, auf Innereien vollständig verzichten zu wollen. Wenn man sich dazu entscheidet oder entscheiden muss (was zum Beispiel bei Allergikern passieren kann), dann braucht man meistens Vitamin-oder Mineralstoffpräparate, um die ausreichende Versorgung trotzdem möglich zu machen.
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So ähnlich ist das auch in Bezug auf die rohen fleischigen Knochen. Ihre Grundfunktion in der Rohfütterung ist die Calciumzufuhr.
Es ist zwar nicht zwingend nötig, Knochen zu füttern, aber es ist unumgänglich, die Calcium-Zufuhr sicher zu stellen.Wenn dies nicht über Knochen geschieht, dann auf anderem Wege, nämlich mit Calciumzusätzen wie Eierschalenmehl oder Knochenmehl.

Diese Aufteilung bildet das Grundgerüst für die Fütterung, nun kannst du variieren und zum Beispiel einmal pro Woche das Muskelfleisch durch Fisch ersetzen, einen kleinen Anteil Getreide (z.B. Hirse) oder Milchprodukte ergänzen.

Die Futtermenge, die Dein Hund pro Tag bekommt, legst Du nach seinem Körpergewicht fest. Man rechnet für einen ausgewachsenen Hund etwa 2-3% seines Körpergewichts als Gesamt-Futtermenge.
Ein 20 kg schwerer Hund bekommt also zwischen 400 Gramm und 600 Gramm Futter pro Tag. Diese Menge wird dann wie oben beschrieben, aufgeteilt: Gemüse/Obst, Muskelfleisch, Innereien, Knochen etc.
Ein paar wichtige Punkte müssen bei der Rohfütterung allerdings beachtet werden, damit nichts schief geht:
  • Knochen dürfen nie gekocht gegeben werden, dann splittern sie und können den Hund beim Kauen verletzen.
  • Keine massiven, harten Knochen am Stück verfüttern. Das Risiko, dass dadurch feine Risse in den Zähnen entstehen oder Verletzungen des Zahnfleisches entstehen, ist zu hoch.
  • Es gibt einige Gemüsesorten, die nicht für Hunde geeignet sind. Dazu zählen Auberginen, Avocado, rohe Kartoffeln, unreife Tomaten, grüne Paprika, rohe Bohnen und andere ungekochte Hülsenfrüchte.
  • Nüsse sind eine schöne Ergänzung, Macadamianüsse sind allerdings für Hunde giftig, auch Erdnüsse sind nicht geeignet.
  • Immer ein oder zwei Tierarten und Gemüsesorten bewusst nicht füttern. Falls Du mit Deinem Hund einmal eine Ausschlussdiät z.B. wegen eines Allergieverdachtes machen musst, ist es wichtig, dass du hier auf „neue Sorten“ zurückgreifen kannst. Allergien und Unverträglichkeiten können auch später im Leben entstehen (unabhängig von der Art der Fütterung)
  • Gemüse und Obst sollte püriert, stark zerkleinert oder auch gekocht angeboten werden. So können die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe und Nährstoffe besser aufgenommen werden.
  • Nicht einfach irgendwelche Zusätze verfüttern, sondern nur dann, wenn sie gebraucht werden. All-in-One-Zusätze sind meistens nicht notwendig, wenn die Fütterung wie oben beschrieben zusammen gestellt wurde. Man ergänzt immer nur zielgerichtet das, was in der Fütterung fehlt – wenn Du also bspw. keine Knochen oder Innereien füttern kannst.
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Wenn Du Deinen Hund auf BARF umstellen möchtest, sollte das nicht von heute auf morgen passieren, sondern langsam.

Das schont den Verdauungstrakt und gibt dem Körper Zeit, sich an die neue Fütterung anzupassen.
Du kannst ganz unkompliziert starten, indem Du erst einmal mit einer kleinen Portion Rindergulasch oder ähnlichem testest, ob Dein Hund das rohe Fleisch frisst und verträgt. Wenn das der Fall ist, kannst Du einige Tage das Rindfleisch füttern und ergänzt es mit pürierten Möhren. Dann nimmst Du Schritt für Schritt andere Fleischsorten und Futterbestandteile hinzu, als letztes die rohen fleischigen Knochen.
BARFen hat für Hunde viele Vorteile, auch wenn es immer noch viele Vorbehalte gegen diese Form der Fütterung gibt.

Diese sind völlig unnötig – denn wenn man sich ein bißchen mit dem Thema beschäftigt, merkt man schnell. dass eine ausgewogene Fütterung ganz einfach ist.

Dass eine frische, abwechslungsreiche, möglichst unverarbeitete Ernährung mit vielen Vitalstoffen der Fertigkost gegenüber vorzuziehen ist, davon gibt es für den Menschen mehr als eine offizielle Empfehlung. Für Hunde gilt dies genauso, denn Organismus und Stoffwechsel funktionieren beim Hund ganz ähnlich.

RohfütterungEinige Veränderungen nach der Umstellung sind auch sehr schnell sichtbar: Bessere Proportionen, glänzenderes Fell, einige Hunde riechen weniger, andere sind leistungsfähiger. Mäkelige Hunde fressen oft besser und es wird weniger Kot abgesetzt.
Was uns hindert, sind meistens wir selbst – durch (überflüssige) Bedenken oder der Scheu, etwas zu verändern.

Daher: Ob BARF die richtige Fütterungsart für Deinen Hund sein kann, findest Du am besten durch Ausprobieren heraus.

Für diesen Artikel möchte ich mich bei Ute Wadehn von barf-gut bedanken. Ute steht euch mit Rat und Tag zu Seite und berät euch gern auch im Detail.
Liebe Grüße
Susanne

 

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