Unser Katzenparadies –
ein DIY – Außengehege

Als wir von einer Wohnung (mit katzensicherem Balkon) in ein Häuschen mit Garten gezogen sind, stand von Anfang an fest:
- Ja – die Katzen dürfen raus
- Nein – Freigänger werden sie nicht
Dafür waren wir gern bereit, einen Teil unserer Terrasse an die Fellnasen als Außengehege abzutreten – Bis die Bande aber ihr Freigehege nutzen konnte, standen wir vor ein paar Herausforderungen:
- Wir konnten nur an einer Seite ein bis zwei Bohrungen vornehmen
- Standard-Lösungen passten nicht oder waren einfach viel zu teuer
Inhaltsverzeichnis:
Selbermachen war angesagt, aber wie?
Meine Lieblings-Männer machten sich ans Werk – hier unsere grundsätzlichen Überlegungen und Anforderungen an das Freigehege
- Es sollte sich optisch möglichst gut in den Garten einfügen und ausbruchsicher sein
- Größenvorgabe: 3,50 x 1,80 Meter
- Material – Ein Holzgerüst bauen und vernetzen oder gleich Gitterelemente?
- Dachlösung – Es soll sowohl einen geschützten als auch einen offenen Bereich geben
- Budget – 350 Euro komplett

Als erstes wurden wir bei Elementen aus dem Zwingerbau fündig:
Hier gibt es verschiedene Fertigelemente, die man individuell zusammenbauen kann. Auch Varianten mit Türen und anderen Details sind hier zu finden.
Vorteil: Diese Gitter sind absolut stabil, es gibt eine große Auswahl, sie halten der Witterung stand und können nicht durchgebissen werden
Nachteil: Sie passten finanziell nicht in unser Budget
Lösung: Ebay Kleinanzeigen – unglaublich, wie viele Leute hier diverses Baumaterial abgeben
Wir hatten das Glück, Elemente aus einem Hundezwingerbau für insgesamt 130 Euro zu ergattern. Unsere Gitter haben jeweils das Maß: 120 x 180 cm
Verbindung der einzelnen Elemente: Wie sagt man so schön – nichts hält so lange wie ein gutes Provisorium! Wir wollten die Gitter eigentlich verschrauben, aber die Kabelbinder-Variante hält bombenfest und somit ist es dabei geblieben.
Stabilität: Da wir nur an einer Seite bohren konnten, haben wir eines der Gitter vor der Terrassentüre platziert, den inneren Bereich auf Türgröße mit der Flex ausgeschnitten (Achtung: Scharfe Kanten glatt schleifen – Verletzungsgefahr) und nur den Rahmen stehen lassen – somit war das Gehäuse in sich stabil.
Das Grundgerüst unseres Außengeheges

- Zwei Gitter stehen längs
- Ein Gitter wurde ausgesägt und direkt vor der Terrassentür platziert (2-teilig, so gibt es eine Tür für Zwei- und eine für Vierbeiner)
- Ein Gitter bildet als Quer-Verbindung zur Seitenwand
Hier mussten wir etwas tricksen, um noch 30 cm mehr an Breite für unsere Rasselbande rauszuholen, zudem wollten wir die Wand des Nachbarn als Begrenzung nutzen. Deshalb haben wir ein dünnes verzinktes Gitter aus dem Baumarkt eingearbeitet und mit Kabelbindern befestigt.
Die Dachkonstruktion

- Der Rest von o.g. Gitter sichert den Auslauf nach oben ab – zur Befestigung verwendeten wir auch hier wieder Kabelbinder und entfernten die Überstände mit einem Seitenschneider.
- Die andere Hälfte des Außengeheges wurde mit einem Dach versehen – hier wurden wir für 24,99 Euro im Baumarkt fündig (Dach- und Wandplatten gibt es in verschiedenen Farben und Stärken). Achtung: auf ein seitliches Gefälle achten, sonst habt ihr bei Regen einen Wasserfall im Gehege
Wer nicht bohren kann, darf auch mal tricksen, das Seil hält bombenfest Mit einer Teleskopstange von Trixie (28 Euro), einer weiteren Stange und einer Steckverbindung haben wir die Dachkonstruktion auf der offenen Seite noch einmal stabilisiert. Nun noch alles fest verdrahtet und schon war unser Grundgerüst fertig.
Tipp: Wenn ihr die Möglichkeit habt, könnt ihr hier auch einen Pfosten einbetonieren, das geht mit Ruck-Zuck-Beton wirklich schnell und hält perfekt. Da wir Natursteinfliesen auf der Terrasse haben, wollten wir nichts kaputt machen. Falls die Stange doch mal instabil wird, betonieren wir sie einfach in einem Eimer wieder fest, aber bis jetzt hält sie perfekt.
Die Inneneinrichtung
Eine eigene Wiese

- Auch hier gingen wir pragmatisch vor:
Ebay Kleinanzeigen kannten wir ja schon und ein Aufsatz für Europaletten als Rahmen (Standardmaß: 120 cm x 80 cm) war schnell gefunden. - Wir stellten den Rahmen auf Querlatten, damit das Wasser ablaufen kann (hier verwendeten wir einfache imprägnierte Vierkanthölzer) und kleideten ihn mit Teichfolie (Schlitze fürs Wasser nicht vergessen) aus.

- 160 Liter Erde und 2 qm Rollrasen später war die Wiese perfekt! Ansäen ist natürlich auch eine Lösung, aber wenn die Katzen drauf rumtoben, klappt das mit dem Rasen so auf Dauer nicht. Zudem sind die meisten Rasensamen vorgedüngt, was für die Stubentiger auch ungünstig ist, da die Saat an den Pfoten kleben bleibt und die Katzen sie beim Putzen abschlecken.
Das Mobiliar
- Unser „alter“ Baumstamm vom Balkon sowie ein kleiner Outdoorkratzbaum, ausrangierte Badmöbel und Baumabschnitte mit einem Querbrett als Liegefläche machten die Einrichtung komplett

- An den Gittern haben wir noch zwei Hängematten von Trixie befestigt, die halten sicher nicht ewig, aber das müssen sie bei einem Preis von 7.99 Euro pro Stück (Zooplus) auch nicht.
Pflanzen – was passt hier rein?
- Für das Dschungelfeeling sorgt Bambus in großen Töpfen, dieser ist ungiftig und relativ stabil. Eigentlich wollte ich auch Katzenminze und andere Blühpflanzen einsetzen, aber diese locken leider auch Bienen und Wespen an und das war mir dann doch zu gefährlich.
- Eine Auflistung geeigneter Katzenpflanzen findest du ihr hier
Material-Auflistung für unser Katzen-Außengehege
4 Hundezwinger-Elemente (ebay-Kleinanzeigen) 130 €
Verzinktes Gitter aus dem Baumarkt 16 €
Teleskopstange 28 €
Rohre und Steckverbindung 13 €
Dachplatte 25 €
Palettenaufsatz (ebay Kleinanzeigen) 12 €
Reststück Teichfolie 10 €
Kabelbinder, Schrauben, Draht etc. 10 €
Erde und Rollrasen 25 €
2 große Bambus 60 €
2 Hängematten vor Trixie 16 €
Weiter wurde verwendet:
Outdoor-Kratzbaum
Badregale aus imprägniertem Holz
Baumstamm-Abschnitte vom Bauern
Regal-Brett als Liegefläche
Fazit: Mit ein bisschen Phantasie, etwas handwerklichem Geschick (Danke an meine Lieblings-Männer) und ein wenig Ausdauer beim Suchen, kann man mit relativ wenig Geld ein tolles Katzengehege bauen, wir sind mit 345 Euro sogar unter dem Limit geblieben.

Unsere Katzen lieben ihr Gehege heiß und innig und da einer der beiden Lichtschächte direkt im Auslauf ist, haben wir später den Gitterrost entfernt und in das dazugehörige Kellerfenster noch eine Katzenklappe eingebaut.

Jetzt können die Stubentiger selbst entscheiden, ob sie rein oder raus wollen, denn auch im Winter war unser Freigehege gern besucht und die Katzen mussten nicht frieren.
Bei Fragen zur Umsetzung oder bei der Suche nach einer besonderen Lösung helfe ich gern weiter.
Liebe Grüße
Susanne