Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen

Hyperthyreose bei -meist- älteren Katzen

Die Schilddrüsenüberfunktion ist eine der häufigsten Erkrankungen bei Katzen ab acht Jahren.

Während Katzen nahezu ausschließlich an einer Überfunktion der Schilddrüse leiden, haben die Hunde eher Probleme mit einer Unterfunktion.

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Eine Schilddrüsenüberfunktion lässt Katzen schneller aggressiv reagieren

Symptome:
Wie erkennt man eine Schilddrüsenüberfunktion?

Wenn dein Tier folgende Symptome zeigt, solltest du an eine Überfunktion der Schilddrüse denken:

  • Hyperaktivität
  • Ruhelosigkeit
  • Aggressivität oder auch Teilnahmslosigkeit
  • Erhöhte Herzfrequenz
  • Vermehrter Durst (Polydipsie)
  • Vermehrter Urinabsatz (Polyurie)
  • Durchfall (Diarrhoe)
  • Gesteigerter Appetit (Polyphagie)
  • Manchmal Erbrechen
  • Gewichtsverlust bis hin zur Abmagerung
  • Fellveränderungen wie kahle Stellen, Haarausfall oder stumpfes Fell
  • Im späteren Verlauf Linsentrübungen am Auge

Generell können diese Symptome aber auch auf andere Krankheitsbilder hinweisen, wie beispielsweise eine chronische Niereninsuffizienz, Diabetes mel., Herzprobleme ect.

Die Aufgaben der Schilddrüse

Die Schilddrüse ist der Motor des gesamten Organismus. Die beiden jodhaltigen Hormone T3 und T4 regeln den Stoffwechsel und damit den kompletten Energiehaushalt des Körpers. Auch das Immunssystem und das Wachstum werden zu einem großen Teil von dem kleinen Schmetterlingsorgan gesteuert.

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Ursachen einer Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen

Bei etwa 98 % der betroffenen Katzen ist ein gutartiger Tumor an der Schilddrüse (Adenom) der Grund für eine Hyperthyreose. Nur bei 2 % der Katzen handelt es sich um einen bösartigen Tumor.

Durch die Wucherungen am Schilddrüsengewebe vergrößert sich das Organ und dies fürht wiederum zu einer überschießenden Hormonproduktion.

Vor gut 50 Jahren war diese Krankheit noch ziemlich selten, es gibt aber einige Hintergründe, warum die Hyperthyreose mittelweile so häufig auftritt:

  • Diverse Chemikalien (PDB als Flammschutz in Teppichen, Polstern etc.)
  • Bisphenol A in der Beschichtung von Futterdosen
  • Ernährungsfehler
Impfung Katze
Auch das Fell wirkt bei Katzen mit Hyperthyreose oft etwas ungepflegt

Wie wird eine Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen diagnostiziert?

Eine Blutuntersuchung bringt hier Klarheit. Bei fast allen Katzen mit einer Hyperthyreose sind die Werte der Schilddrüsenhormone T3 ( Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin) erhöht.

Bei einem unsicheren Laborbefund kann auch noch sog. Freies T4 (fT4) im Blutserum bestimmt werden. Dieser Test ist aber relativ teuer und daher keine Routine. In der Regel reicht aber ein Bluttest in Kombination mit den allgemeinen Symptomen aus, um eine Schilddrüsenüberfunktion zu diagnostizieren.

Diese Untersuchungen müssen zwingend in bestimmten Abständen wiederholt werden, um die Tiere medikamentös richtig einzustellen.

Auch eine Schilddrüsenzintigraphie kann bei ungenauen Laborergebnissen sinnvoll sein. Zudem kann so versprengtes Gewebe eines bösartigen Tumors in anderen Organen gefunden werden. Hierzu wird ein schwach radioaktiv strahlender Stoff gespritzt, der sich im Schilddrüsengewebe anreichert und es so sichtbar macht. Diese Untersuchung wird aber nur an spezialisierten Kliniken vorgenommen und das Tier muss mindestens zwei Tage stationär bleiben.

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Wie häufig ist eine Hyperthyreose bei Katzen?
Gibt es Rassedispositionen?

Bei Katzen ab 8 Jahren ist die Schilddrüsenüberfunktion neben der Chronischen Niereninsuffizienz und Diabetes mel. eine der häufigsten Erkrankungen.

Beide Geschlechter sind gleichermaßen betroffen und bisher konnte man auch keine Rassedispositionen feststellen.

Was bedeutet die Diagnose?

Durch die andauernde Erhöhung der Herzfrequenz besteht die Gefahr einer Herzmuskelerkrankung. Auf dem Röntgenbild sieht man entweder ein vergrößertes Herz (Kardiomegalie) oder eine Verdickung des Herzmuskels (HCM-hypertrophe Kardiomyopathie), ebenso besteht die Gefahr eines Lungenödems .

Auch die Gefahr für eine chronische Niereninsuffizienz ist erhöht, da die Durchblutung der Niere ebenfalls durch die Schilddrüse reguliert wird. Hier ist besondere Vorsicht geboten, wenn nach Hormongaben der Stoffwechsel wieder runtergefahren wird.

Auch Magen-Darm-Erkrankungen kommen bei den betroffenen Tieren häufiger vor, da das Futter schneller durch den Magen-Darm-Trakt geschleust wird. Es wird dadurch schlechter verdaut und die Aufnahme der Nährstoffe ist reduziert (Malassimilation). Die Katzen haben gehäuft mit Durchfall zu kämpfen, was wiederrum Verdauungsprobleme wie eine Darmentzündung (Inflammatory Bowel Disease) nach sich ziehen kann.

Mit Ernährung gegen die Hyperthyreose

Artgerechte und leichtverdauliche Nahrung ist auch hier das Mittel der Wahl. Gerade die Sojaisoflavone stehen mit in Verdacht, die Adenombildung bei der Katze zu beeinflussen.

Eine bestehende Schilddrüsenüberfunktion können wir über die Ernährung nur noch bedingt beeinflussen, letztendlich ist eine hochwertige, getreide- und zuckerfreie Fütterung wichtig, da so das Tumorwachstum verlangsamt werden kann.

Wichtig: Wenn Nassfutter aus der Dose gefüttert wird, bitte das Futter nach dem Öffnen der Dose sofort umfüllen, da viele Dosen in der Beschichtung Bisphenol A enthalten.

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Ausgewogene und hochwertige Ernährung kann die Begleiterkrankungen deutlich reduzieren

Über die Ernährung die Folgen der Schilddrüsenüberfunktion abmildern

Die Ernährung spielt aber eine sehr wichtige Rolle bei der Behandlung der Folgeerkrankungen einer Hyperthyreose.
Hier richten sich die Ernährungsempfehlungen nach den betroffenen Organen. Ein Futterplan sollte zusammen mit einem Ernährungsexperten aufgestellt werden, um ganz penibel auf die einzelnen Problemstellen einzugehen.
Zudem Katze und Fütterung ja auch immer ein besonderes Thema ist und unsere Stubentiger die Ratschläge nicht immer ganz so toll finden wie wir.

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Behandlungsmöglichkeiten einer Hyperthyreose

Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten schulmedizinische Möglichkeiten, eine Schilddrüsenüberfunktion zu behandeln:

  • Schilddrüsenhormone

    Dies ist mit Abstand die am Häufigsten eingesetzte Art der Behandlung. Es wird mit Schilddrüsenmedikamenten (meist Thiamazol oder Cabimazol) die Produktion der Schilddrüsenhormone verringert. Leider haben beide Medikamente oft eine Belastung der Nieren zur Folge.
    Wenn die Tablettengabe nicht funktioniert, kann auch über eine Paste, die ins Ohr einmassiert wird, behandelt werden.

  • Radiojod-Therapie

    Jod ist einer der wichtigesten Bausteine der Schilddrüsenhormone: Ohne Jod keine oder weniger Hormone! Bei dieser Therapieform wird radioaktives Jod verabreicht, dieses reichert sich in der Schilddrüse an und zerstört überflüssiges Gewebe.
    Diese Behandlung gilt als hocheffektiv, ist allerdings sehr teuer und wird nur in einigen, wenigen Kliniken durchgeführt. Die Katze muss dort auch über längere Zeit stationär bleiben.

Wenn ein bösartiger Tumor für die Überfunktion verantwortlich ist, ist eine Radiojod-Therapie die einzige Heilungschance.

  • Die Entfernung der Schilddrüse

    Diese Methode wird heute kaum mehr angewandt, da die Medikamente meist gut vertragen werden und diese Operation einige Risiken birgt (z.B. lebensbedrohlicher Kalziummangel oder eine Unterfunktion des Organs durch die Entnahme von zu viel Gewebe)

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Gut eingestellt und ernährt, kann eine Katze trotz Überfunktion der Schilddrüse noch viele schöne Jahre haben.

Alternativmedizinische Behandlungsformen

Je nach Ausprägung der Krankheit, kommen unterschiedliche Behandlungsformen für die Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen in Betracht:

  • Homöopathie mit Einzel- oder Komplexmitteln
  • Schüssler Salze sind eine tolle Begleittherapie
  • Vitalpilze, hier gibt es vielversprechende Studien
  • Vitamin A als Substitution
  • Zur Symptommilderung sind auch verschiedene Nahrungsergänzungsmittel angezeigt, besonders um die Hyperaktivität etwas zu mildern

Lebenserwartung mit einer Hyperthyreose

Eine Schilddrüsenproblematik ist eine Erkrankung, mit der man gut leben kann, wenn sie richtig eingestellt ist und die Ernährung entsprechend optimiert wird. Natürlich ist die Prognose bei einem gutartigem Tumor deutlich besser, aber dies ist glücklicherweise mit 98 % auch die deutlich häufigere Form.

Hast du noch weitere Fragen? Melde dich gern bei mir.

Alles Liebe

Susanne